Mikroplastik-Overkill aus unseren Waschmaschinen

Wir tragen alle dazu bei, die Meere zu verschmutzen:
56 – 280 Billionen Mikroplastik-Teilchen gelangen jährlich aus deutschen Haushalten über die Waschmaschinen in die Umwelt und schließlich in die Meere.

Am 9. und 10.5.2017 veranstaltete das Bundesminsiterium für Bildung und Forschung in Berlin das 13. BMBF-Forum für Nachhaltigkeit.

Die Konferenz wurde von Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und dem Chef des Bundeskanzleramtes Peter Altmaier eröffnet. Unter dem Motto „Was tun mit der Agenda 2030!“ stand die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen im Mittelpunkt. Ihre 17 Ziele (Sustainable Development Goals – SDG) sind in den kommenden Jahren die Richtschnur für konkrete Maßnahmen in Unternehmen, Kommunen oder Verwaltungen (s. Blogbeitrag zur Agenda 2030 und dem Nachhaltigkeitsziel SDG 14).

Viele Experten haben dort Vorträge gehalten, in Workshops Strategien entwickelt und mit dem Auditorium diskutiert, wie sich die Nachhaltigkeitsziele am besten umsetzen lassen, denn „Machen“ ist ja das Entscheidende – geschnackt haben wir in den letzten Jahrzehnten genug. Eine simple und doch sehr wichtige Erkenntnis dieser Konferenz war, dass jeder bei sich selbst anfangen kann, ja, anfangen muss, um die Welt ein Stück besser zu machen.

Daran denke ich, wenn ich morgens den Kleiderschrank öffne oder die Waschmaschine fülle. Obwohl ich schon immer Baumwolle, Leinen oder Wolle wegen des – für mein Empfinden – angenehmeren Tragekomforts vorgezogen habe, finden sich erschreckend viele Kleidungsstücke, in denen Kunstfasern enthalten sind oder sogar überwiegen.

Eine Studie der Universität Plymouth zeigt, dass bei einer 6 kg Waschmaschinenladung mit Kleidung aus Acrylfasern durchschnittlich 138.000 und bis zu 700.000 Mikroplastik-Partikel in die Umwelt und letztlich in die Meere gelangen. https://www.plymouth.ac.uk/…/washing-clothes-releases-thous…

Rechnet man die Werte aus dieser Veröffentlichung auf die Verhältnisse in Deutschland hoch, kommt man auf unglaubliche 56 – 280 Billionen Mikroplastikpartikel in einem Jahr, die aus deutschen Waschmaschinen ins Abwasser und schließlich in die Meere gelangen. Die Waschmaschinen und die Kläranlagen können diese kleinen Partikel (wenige µm groß) nicht herausfiltern.

Zugrundegelegt habe ich bei dieser Berechnung 40 Millionen Haushalte, von denen 96% eine Waschmaschine haben, 50 Maschinen (6 kg) Wäsche pro Jahr, ein Anteil von Plastiktextilien verschiedener Faserzusammensetzung von 20% (die anderen 80% habe ich als Naturfasern angenommen). Dabei handelt es sich nur um eine Schätzung. Ich denke, die Annahmen sind eher konservativ. Die durchschnittliche Menge an Waschmaschinen-Ladungen pro Woche beispielsweise ist wahrscheinlich höher.

Meinen wir es ernst mit unserem Anliegen, den grotesk hohen Eintrag von Mikroplastik einzudämmen, dann lässt sich dies relativ leicht bewerkstelligen. Bis die Technik, z.B. entsprechend feine Filter in Waschmaschinen so weit ist, können wir alle schon etwas tun, um Mikroplastik aus unserer Bekleidung und unseren Waschmaschinen zu verbannen:

  1. Auf Plastik verzichten, wo es nur geht, auch bei der Kleidung
  2. den Guppyfriend Waschbeutel verwenden http://guppyfriend.langbrett.com/
  3. Kleidung peu a peu umstellen von Synthetik auf Naturfasern – einfach mal Loden probieren, z.B. von Steinkauz https://shop.steinkauz.com/bekleidung

Machen statt schnacken!

 

Mikroplastik im Meer

Meere und Ozeane sind verschiedenen Arten von Bedrohungen ausgesetzt.
Die kontinuierliche Ansammlung von Müll in den Meeren ist bereits seit Jahrzehnten ein bekanntes weltweites Problem. Trotz der erhöhten internationalen Aufmerksamkeit und Bemühungen, Kunststoff aus der Umwelt herauszuhalten, schreitet der Aufbau dieser Materialien in zunehmenden Maße voran:

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