Von Algen zu Biokunststoffen – oceanBASIS ist Teil des Netzwerkes „Bio2Pack“

Plastik ist zunehmend eine Bedrohung für unsere Umwelt, ganz besonders für die Weltmeere.
Vermeidung ist eine Sofortmaßnahme, die jeder bei sich zuhause oder bei der Arbeit umsetzen kann. Zugleich ist es wichtig, Alternativen zu entwickeln, die vergleichbare Eigenschaften aufweisen, aber nachhaltiger sind.

Oceanwell ist hier ganz vorn mit dabei.

Zu den Alternativen zählt sogenanntes Bioplastik, also Kunststoff auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Bereits existierende Materialien sind Stärke, Cellulose, Polymilchsäure (PLA) oder Polyhydroxyalkanoate, speziell Polyhydroxybuttersäure (PHB).

oceanBASIS, das Unternehmen hinter Oceanwell, ist Teil des Netzwerkes „Bio2Pack“, in dem zusammen mit Forschungsinstituten, kunststoffverarbeitender Industrie und Anwendern (also z.B. Kosmetikherstellern) neue Ideen nachhaltiger Verpackung aufgezeigt werden soll. Diese Lösungen sollen vor allem nachhaltig sein sowie praktisch in Produktion und Anwendung.

Gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte…

um nachhaltige Verpackung zu machen…

Neben der Mitgliedschaft in dem Netzwerk ist oceanBASIS außerdem Teil der Arbeitsgruppe „Blue Bioplastics“ des „Biomarine“-Netzwerkes, das von der Fürst Albert II von Monaco Stiftung unterstützt wird. In dieser Arbeitsgruppe sollen Wege aufgezeigt werden, wie man nachwachsende Rohstoffe aus dem Meer zu umweltfreundlichen Bioplastik-Materialien verarbeiten kann.

Die Arbeitsgruppe hatte sich auf der Biomarine Business Convention Anfang Oktober 2018 formiert und dabei die wichtigsten Herausforderungen und Ziele für die Nutzung von Biomasse aus dem Meer für Bioplastik erarbeitet.
Einige Beispiele für Herausforderungen und Fragen seien hier genannt:

  • Die Verschmutzung der Meere, der Umwelt und der Organismen – einschließlich des Menschen – durch Mikro- / Nanokunststoffe ist fast das derzeit wichtigste ökotoxikologische Thema.
  • Können Biokunststoffe auf der Basis von Meeresbiomasse / Wasser-Biomasse dieses Problem überhaupt lösen oder „verschieben“ wir nur das Problem?
  • Eine harmonisierte (d.h. weithin vereinbarte) Definition von „Biokunststoff“ fehlt:
    Sind sie biobasiert, biologisch abbaubar oder beides?
  • Müssen wir „Biomonomere“ und „Biopolymere“ unterscheiden?
  • Gibt es eine gesonderte Definition für „blaue Biokunststoffe“, also Biokunststoffe aus mariner / aquatischer Biomasse?
  • Die Wirtschaftlichkeit gegenüber herkömmlichen Kunststoffen ist heute noch sehr ungünstig.
  • Die höheren Biokunststoffpreise haben Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit.
  • Sind die Verbraucher bereit, mehr Geld für Verpackung aus Biokunststoff zu bezahlen? Wenn ja, wieviel mehr sind sie bereit zu zahlen?
  • Eine Strategie für eine sinnvolle Kreislaufwirtschaft ist erforderlich.
  • Wie erreichen wir Transparenz in der Kommunikation zu sensiblen Themen wie Bio-Herkunft und Nachhaltigkeit, um eine klare Unterscheidung zwischen konventionellen und bioplastischen Ökonomien zu treffen?
  • Es gibt keine ausreichenden LCA / Carbon Footprint-Studien auf dem Gebiet der Biokunststoffe und unzureichende Vergleichsstudien zwischen konventionellen mineralölbasierten und Bio-Kunststoffen.
  • Kann man z.B. Algen in den Mengen nachaltig anbauen oder ernten, ohne das Meeresökosystem zu schädigen?
  • Sollten wir nach recycelbarem oder einer realistischen End-of-Pipe-Nutzung streben?

Daraus wurden Ziele und Maßnahmen identifiziert:

  1. Harmonisierung der Definitionen von Biokunststoffen und blauen Biokunststoffen
  2. Weg von Biokunststoff-konventionellen Mischungen hin zu vollständig biobasierten Kunststoffen
  3. Identifikation von Nischen, die die Bewegung antreiben
  4. Bewusstseinsbildung und klare Kommunikation der Verbraucher über Biokunststoffe
  5. Bestehende Verbraucherkennzeichnung für „Bio“ -Origin-Produkte überprüfen, ein System für Biokunststoffe entwickeln, wenn es nicht existiert, oder die Harmonisierung fördern, wenn mehr als eines vorhanden ist, so dass Biokunststoffe für die Verbraucher leicht erkennbar sind
  6. End-of-Life-Lösungen für Biokunststoffe müssen identifiziert werden, wobei die unterschiedlichen Zeitperspektiven verschiedener Materialien und Verwendungen zu berücksichtigen sind
  7. Biokunststoff-Wettbewerbsfähigkeit und Mehrwert definieren
  8. Förderung von Biokunststoffen als Teil der Kreislaufwirtschaft

Wie geht’s weiter?

Am 24.3.2019 findet in Monaco ein Workshop statt, bei dem Weiterentwicklung und das Erarbeiten technischer Lösungen im Fokus stehen.

Fotonachweis Titelbild: Copyright „One Earth One Ocean e.V.“