Neues vom Tiessenkai: oceanBASIS und der Carbon Footprint

Mittwochs ist bei uns immer Mimi – pardon, MiMee. Was mich zunächst an den Spitznamen denken lässt, den man mir in Frankreich gab (Mimiiie, mit Betonung auf der zweiten Silbe und langgezogenem „i“). Gemeint ist allerdings das sogenannte Mittwochs-Meeting. Es dient als Austausch, bei dem alle Kolleginnen und Kollegen kurz darüber berichten, an welchen Themen sie gerade arbeiten. Für mich als neue Mitarbeiterin bietet sich hier die Möglichkeit, erste Einblicke in die Projekte zu erhalten, die im Unternehmen umgesetzt werden. Und derer gibt es wirklich viele…

Letzten Mittwoch erzählte Theresa, dass der Corporate Carbon Footprint-Bericht 2018, also die CO2-Bilanz, für die oceanBASIS GmbH vorliegt. Das Team von oceanBASIS (Meeresbiologen und Verfahrenstechniker, Forscher und Tüftler…) hat sich aus Überzeugung selbst dazu verpflichtet, Nachhaltigkeit kompromisslos zu leben. Beispielsweise stammen die Laminaria-Algen für unsere Naturkosmetik aus der bio-zertifizierten Kieler Meeresfarm, und alle Geräte im Büro werden mit 100% Öko-Strom betrieben. Vor einigen Wochen hat oceanBASIS die ClimatePartner GmbH damit beauftragt, für das Jahr 2018 einen Carbon Footprint des Unternehmens zu erstellen [1]. Denn durch die Analyse des Carbon Footprints ist es möglich, weitere Einsparpotenziale ausfindig zu machen, entsprechende Maßnahmen zu entwickeln und Klimaschutzziele zu definieren.

Fahrt zur Arbeit erhöht CO2-Emissionen deutlich

Das Gesamtergebnis für die Geschäftsaktivitäten der oceanBASIS GmbH im Jahr 2018 betrug 44.094,48 kg CO2 bzw. 1.917,15  kg CO2 pro Mitarbeiter. Um diese Zahlen ein wenig einordnen zu können: Die Emissionen insgesamt entsprechen einer Fahrt von 136.940 km mit dem PKW; oder dem jährlichen CO2-Fußabdruck von 5 europäischen Bürgern; oder der jährlichen CO2-Bindung von 3.528 Buchen.

Die größte Emissionsquelle stellt der Posten Anfahrt der 23 Mitarbeiter (43,6 %) dar. Der zweitgrößte Posten sind Fuhrpark-Emissionen mit 23,3 % (Dienstwagen und Strecke). An dritter Stelle stehen mit 11,3 % die Emissionen aus dem Posten Flüge (6 Ziele in Europa in einem Jahr). Hier die Ergebnisse grafisch dargestellt:

Noch haben wir für unseren Corporate Carbon Footprint keine Vergleichswerte. Erst Folgeberichte in den kommenden Jahren werden zeigen, inwieweit wir uns verbessert haben und weiter verbessern können. Da für 2018 die Anfahrt der Mitarbeiter als größte Emissionsquelle herausgearbeitet wurde, sind wir aber ein bisschen stolz darauf, dass das Unternehmen in 2019 E-Bikes angeschafft hat. Wir sind gespannt, wie sich die vermehrte Nutzung des Fahrrads auf die nächste Analyse auswirken wird.

CO2-Ausgleich durch Klimaschutzprojekte

Emissionen, die wir in Kiel nicht vermeiden können, können durch Klimaschutzmaßnahmen an einem anderen Ort rechnerisch ausgeglichen werden. Dieser Ausgleich erfolgt durch Klimaschutzprojekte. Der Mechanismus des CO2-Ausgleichs gründet auf der Tatsache, dass sich Treibhausgase gleichmäßig in der Atmosphäre verteilen und die Treibhausgaskonzentration somit überall auf der Erde in etwa gleich ist.
oceanBASIS wird ab kommendem Jahr ein Projekt im Bereich Regenwaldaufforstung oder Moorvernässung unterstützen. So dient beispielsweise das Bergwaldprojekt e.V. dem Schutz der Moore und Wälder der Rostocker Heide. Regionale Projekte schützen heimische Lebensräume, bringen aber in aller Regel keine zertifizierten Emissionsminderungen hervor. Deshalb wird beim Bergwaldprojekt zusätzlich ein international anerkanntes Waldschutzprojekt in Brasilien gefördert.

Ausblick: Product Carbon Footprint (PCF) in 2020

Im neuen Jahr soll es direkt weitergehen: Diesmal werden wir für ein Produkt unserer Oceanwell Kosmetiklinie, für eine Creme, die CO2-Bilanz analysieren. Dafür schaut man auf den Lebenszyklus des Produkts, also auf Inhaltsstoffe, Herstellung, Verpackung, Lieferwege sowie Nutzungsdauer und Entsorgung. Bereits in 2011 wurde die CO2-Emission unseres Algenextraktes, der als besonderer Wirkstoff in den Oceanwell Produkten enthalten ist, per Greenhouse Gas Protocol in einer aufwendigen Lebenszyklus-Analyse bestimmt. CRM, die Schwesterfirma von oceanBASIS, führte damit als erstes Unternehmen eine derartige Analyse für ein Naturkosmetik-Produkt durch. Die Ergebnisse aus 2011, für die es bislang kaum Vergleichswerte anderer Hersteller gibt, werden wir bei der Erarbeitung des Product Carbon Footprints mit einbeziehen.

[1] „Corporate Carbon Footprint“/ „CCF“ in Anlehnung an die Richtlinien des Greenhouse Gas Protocol Corporate Accounting and Reporting Standard (GHG Protocol). Das GHG Protocol gilt als der verbreitetste Standard zur Erstellung von Treibhausgasbilanzen.

 

Weitere Infos:

CO2-Rechner, auch für privat:
www.climatepartner.com/de/co2-rechner

CO2-Rechner des Umweltbundesamtes:
uba.co2-rechner.de

Erläuterungen zum Greenhouse Gas Protocol (auf Englisch):
www.ghgprotocol.org

Agenda 2030 und Nachhaltigkeitsziele – was steht drin?

 

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Veröffentlicht von

Miriam Berwanger

Miriam Berwanger

Mein Name ist Miriam Berwanger, und ich bin bei OceanBASIS im Bereich Kommunikation und Marketing tätig. Beruflich gilt meine Leidenschaft dem Texten, privat liebe ich das Meer. Ich bin glücklich beides verbinden zu können, denn ich schreibe über wissenschaftliche Zusammenhänge sowie die Menschen hinter der Marke Oceanwell. Nach Feierabend entspanne ich beim Segeln oder einem Spaziergang am Strand…

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