Hautfalte auf Hand

8 Fragen und Antworten zu Kollagen

Kollagen ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Haut und sorgt für deren Elastizität. Mit den Jahren verliert das Kollagengerüst an Struktur – die Spannkraft lässt nach. In diesem Artikel werden einige Fragen rund um das Thema Kollagen in der Kosmetik beantwortet.

1. Was ist Kollagen?

Kollagene sind eine Gruppe nur bei Tieren – einschließlich Menschen – vorkommender Faserproteine („Eiweiße“) hauptsächlich des Bindegewebes. Kollagene finden sich unter anderem in den Fasern von Sehnen, Bändern, Knochen und Knorpeln. Auch Schichten der Unterhaut bestehen aus Kollagenen. Damit kann es per Definition kein pflanzliches Kollagen geben!
Das Kollagen ist ein Eiweiß und besteht aus drei ineinander verwundenen Molekülsträngen, wenn es in nativer – also unveränderter – Form vorliegt. Wird Kollagen durch Säuren, Basen oder Hitzeeinwirkung aufgebrochen, lösen sich die einzelnen Kollagenstränge voneinander. Es ist dann “denaturiert”.
Die einzelnen Kollagenstränge enthalten eine Vielzahl gebundener Zuckermoleküle, die ihrerseits viel Feuchtigkeit binden. Das ozeanische Kollagen hat mehrfach verbundene Zuckermoleküle und damit eine höhere Wasseraufnahme und -bindefähigkeit im Vergleich zu anderen Kollagenen.
Da Kollagene sehr große Eiweißfasern sind, können diese nicht in die Haut eindringen – auch wenn manche Kosmetikhersteller dies behaupten. Erst durch den Abbau – also das Verdauen der langen Fasern – entstehen kurze Peptide und einzelne Aminosäuren, welche in der Lage wären, die Hautschichten zu passieren. Diese haben dann jedoch andere Eigenschaften als das ursprüngliche Kollagen.

2. Warum erlebt das “alte Mittel” Kollagen nun ein Comeback in den Cremetöpfen?

Mit der BSE-Krise im Jahr 2000 geriet das zuvor in der Kosmetik beliebte Kollagen aus Rinderplazenta (bekannt von der Kosmetikserie „Hormocenta“) in Verruf. Seither gab es viele Versuche, alternative Rohstoffquellen für Kollagen zu finden, z. B. Fischhäute, Rinderhäute, Hahnenkämme und Rattenschwänze. oceanBASIS kam auf die Idee, das Kollagen aus Meeresquallen zu gewinnen und es in seiner Naturkosmetik “OceanCollagen” einzuarbeiten. Dieses „ozeanische Kollagen“ hat einige Vorteile gegenüber herkömmlichen Kollagenen: Es stammt aus sehr ursprünglichen Organismen, die erdgeschichtlich sehr alt sind. Daher besitzt dieses Kollagen eine weniger differenzierte Struktur als das Kollagen höherer Organismen und ist deswegen äußerst »biokompatibel«. Durch die schonende Verarbeitung bleibt die native Struktur unbeschädigt und behält somit ihre Flexibilität. Neue wissenschaftliche Studien zeigen, dass Kollagen aus Quallen auch vor Schäden durch UV-Strahlung schützt. Zudem besitzen Kollagenbruchstücke antioxidative Eigenschaften.

Die pure Kraft des Meeres
Das ozeanische Kollagen verfügt über ein außerordentlich hohes Feuchtigkeitsbindevermögen und bildet auf der Haut ein „Mikro-Vlies“, das den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) vermindert. Das feine Netzwerk legt sich in vorhandene Hautfältchen und lässt diese durch eine leichte Quellung anheben. Durch diese nachhaltige Hydratisierung ergeben sich zahlreiche positive Effekte: So hält der wasserbindende Film die Feuchtigkeit in der Haut und verhindert dadurch den Wasserverlust der Hautzellen. Durch die sanfte Quellung der oberen Hautschichten werden auch weit geöffnete Poren verengt. Das Hautbild erscheint aufgepolstert.

3. Wofür braucht die Haut Kollagen – was macht es dort?

Die Haut wird durch Kollagene straff gehalten. Werden die Kollagene und Elastine abgebaut, wird die Haut schlaff. Das Kollagennetzwerk des Bindegewebes der Unterhaut wird von innen heraus aufgebaut und kann nicht durch äußerliches Auftragen beeinflusst werden. Hydrolysiertes Kollagen, d. h. die Bruchstücke verdauter Fasern, können zwar in die obersten Hautschichten eindringen, erreichen jedoch nicht das Unterhautgewebe. Ozeanisches Kollagen hingegen bildet ein „Mikro-Vlies“ und hält so als wasserbindender Film die Feuchtigkeit in der Haut fest.

4. Warum baut sich Kollagen mit den Jahren ab?

Der Stoffwechsel ist ein Gleichgewicht aus Auf- und Abbauprozessen. Nehmen die Abbauprozesse Überhand – z. B. durch Entzündungsprozesse im Körper – oder fehlen wichtige Spurenelemente für die aufbauenden Enzyme, dann lässt die Struktur mit der Zeit nach, z.B. nimmt die Hautdicke ab oder das Bindegewebe wird substanzlos.
Viele Faktoren wie UV-Strahlung, Vitamin-C-Mangel, Rauchen, Alkohol und Schlafmangel fördern den Kollagenabbau und wirken sich somit negativ auf den Zustand der Haut aus.
Matrix-Metallo-Proteinasen (MMP) sind Enzyme, welche Kollagene zerschneiden. Diese Enzyme werden vom Körper benötigt, wenn sich z. B. Immunzellen durch das Bindegewebe bewegen müssen. Werden die entstandenen Schnittstellen nicht repariert, nimmt die Elastizität der Haut mit der Zeit ab. Manche pflanzlichen Wirkstoffe, wie z. B. Carotinoide und Algenextrakte, hemmen die MMPs und helfen damit, die Elastizität der Haut zu erhalten.

5. Wie kann es ersetzt werden bzw. der Aufbau stimuliert?

Da die Kollagenfasern der Unterhaut empfindlich auf freie Radikale durch z. B. Sonnenstrahlen reagieren, können Antioxidantien diese unschädlich machen und dem Abbau damit entgegenwirken. Insbesondere Vitamin C schützt das Kollagen vor dem Abbau und fördert gleichzeitig seine Neubildung.
Ein „Training“ des Bindegewebes durch Kneten oder Massageroller übt einen Reiz auf die kollagenproduzierenden Zellen aus und kann zusätzlich helfen, den Aufbau der Fasern anzukurbeln.

6. Welche Formen/Arten von Kollagen stecken in den Tiegeln und Tuben?

Weltweit nimmt die Zahl der Quallen aufgrund globaler Klimaveränderungen sowie Eutrophierung und Überfischung der Meere dramatisch zu („Quallenblüte“). Dieser Effekt wird auch als „Jellifizierung der Meere“ („jellyfication of the oceans“) bezeichnet. Das massenhafte Auftreten hat vielerorts wirtschaftlichen Schaden durch zusätzliche Dezimierung der Fischbestände geführt. In Spanien arbeiten Meeresforscher und Behörden mittlerweile an Maßnahmen zur Eindämmung der Quallen-Invasion. Die Food and Agriculture Organization (FAO) der Vereinten Nationen hat daher im Juni 2013 die Kosmetikindustrie aufgerufen, das Kollagen aus Quallen für Anti-Aging Produkte zu gewinnen. oceanBASIS hat im Sinne dieses Aufrufs mit der Nutzung von Quallenkollagen bereits 2010 begonnen und bietet als einziger Anbieter in Deutschland ein Naturkosmetik-konformes Kollagen mit optimalen Anti-Aging-Eigenschaften an.

OceanCollagen Cell Boost Elixir
Für die Produktion von 1 Liter ozeanischem Kollagen wird etwa 1 Qualle benötigt. Bei einer Konzentration von 5 % in der Formulatur ergibt 1 Liter Kollagenlösung 400 Tiegel Creme à 50 ml. Somit liegt der Bedarf an Tieren in Hinblick auf die Stückzahl der Kosmetikprodukte auf sehr niedrigem Niveau.

7. Kollagen als Nahrungsergänzungsmittel – macht das Sinn? In welcher Nahrung steckt Kollagen?

Sobald tierisches Bindegewebe, also auch Kollagen, über die Nahrung aufgenommen wird, unterliegt es den natürlichen Verdauungsprozessen, bei denen sämtliche Eiweiße aufgespalten und zu Aminosäuren abgebaut werden. Einige Forscher meinen, Hinweise gefunden zu haben, dass besondere Formen von Kollagenen – so z. B. das Quallenkollagen – über den Blutkreislauf zu den Gelenken transportiert wird, wo es dann zur Knorpelregeneration verwendet wird. Der Knorpelaufbau ist jedoch sehr komplex und bedarf weiterer essentieller Faktoren wie spezielle Vitamine und Spurenelemente.
Ob das über die Nahrung aufgenommene Kollagen nach dem Verdauen tatsächlich auch in der Haut ankommt, ist umstritten. Andere Faktoren wie Sonnenstrahlung, Vitamin-C-Gehalt, Rauchen, Alkohol und Schlafmangel wirken sich gleichzeitig negativ auf den Zustand der Haut aus.
Grundsätzlich kann jedes eiweißreiche Nahrungsmittel – insbesondere Fleisch – die Aminosäurebausteine für die Kollagenfasern des Bindegewebes bereitstellen.

8. Hyaluron hat Kollagen zum Unterspritzen verdrängt – welche Nachteile hatte Kollagen?

Hyaluronsäure ist ebenso wie Kollagen ein Bestandteil des Bindegewebes von Wirbeltieren. Daher kann es per Definition auch keine pflanzliche Hyaluronsäure geben. Seine langen Strukturfasern sind aus modifizierten Zuckermolekülen aufgebaut.
Hyaluronsäure wird aus tierischem Ausgangsmaterial, z. B. Hahnenkämmen oder biotechnologisch aus Streptokokken-Kulturen gewonnen.
Die Hyaluronsäure ist Hauptbestandteil der Gelenkflüssigkeit. Sie wirkt als Schmiermittel bei allen Gelenkbewegungen und bildet den Gallertkern der Bandscheiben. Da die Hyaluronsäure ebenfalls in langen Fasern vorkommt, kann sie nur auf der Hautoberfläche verbleiben – einzig deren Abbaufragmente können die oberen Hautschichten durchdringen. Hyaluron besitzt eine noch stärkere Wasserbindefähigkeit als Kollagen (bis zu sechs Liter Wasser pro Gramm). Der Glaskörper des menschlichen Auges z. B. besteht zu 98 Prozent aus Wasser, das an nur zwei Prozent Hyaluronsäure gebunden ist.
Hyaluron lässt sich im Gegensatz zu Kollagen gut in gentechnisch veränderten Bakterienkulturen züchten. Bei der Unterspritzung mit Kollagen kam es immer wieder zu teils starken allergischen Reaktionen, aufgrund der körperfremden Herkunft aus Schweine- und Rinderhäuten. Hyaluronsäure ist weniger allergen und hat damit Kollagen verdrängt. Ozeanisches Kollagen ist durch seine ursprüngliche Struktur sehr biokompatibel und allergiearm. Es verbleibt auf der Hautoberfläche und wird nicht unter die Haut gespritzt.

Veröffentlicht von

Thorsten Walter

Thorsten Walter

Mein Name ist Thorsten Walter. Ich bin Diplombiologe und arbeite nebenberuflich als Präventionspraktiker und Gesundheitsberater. Meine Aufgabe bei oceanBASIS ist der Bereich "actives", also die Wirk- und Rohstoffe der Kosmetik.

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