blaue Meeresoberfläche

Die Reinheit des Meerwassers

Wir werden häufig gefragt, ob das Ostsee-Meerwasser für unsere Naturkosmetik Oceanwell nicht mit Mikroplastik oder anderen Schadstoffen belastet ist. Dieser Artikel erklärt, was sich alles im Meerwasser befinden kann und wie wir das Meerwasser für unsere Produkte aufreinigen. Zusätzlich geben wir ein paar Antworten zu seiner Wirksamkeit.

Für unsere Oceanwell Produkte verwenden wir als Wirkstoff das natürliche Meerwasser (INCI: Maris Aqua) aus der Kieler Bucht/Ostsee – dasselbe, in dem auch unsere Algen in der Kieler Meeresfarm wachsen.

Die Ostsee galt lange Zeit als verschmutztes Gewässer, jedoch wurde durch Verträge mit den Ostsee-Anrainerstaaten zum Gewässerschutz die Qualität seit den 1980er Jahren deutlich verbessert. Insbesondere in der Kieler Bucht gibt es mehrere Institute wie z.B. das GEOMAR und das Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), die regelmäßig die Wasserqualität testen.

Die Badewasserqualität am Standort Kiel-Holtenau wird seit Jahren mit „ausgezeichnet” bewertet. Zur Beurteilung werden verschiedene Parameter, darunter die Konzentration durchfallerregender Keime (E. coli, Enterokokken) und das Aufkommen von Cyanobakterien („Blaualgen”) beurteilt.

Was ist drin im Meerwasser?

Salze, Mineralien und Spurenelemente
Die Hauptbestandteile des Meerwassers sind die Mineralien Natriumchlorid („Salz”), Magnesium, Sulfat, Calcium, Kalium und Hydrogencarbonat. Die Elemente Brom, Strontium, Bor, Silicium, Jod und Fluor sind ebenfalls in Milligramm pro Liter enthalten; die Spurenelemente Lithium, Rubidium, Barium, Molybdän, Vanadium, Titan und andere sind in geringen, aber messbaren Mengen im Meerwasser gelöst. Vanadium als Beispiel kommt in fast allen Körperzellen vor und ahmt dort die Stoffwechselwirkung des blutzuckersenkenden Hormons Insulin nach.

Schadstoffe und Schwermetalle
Meerwasser enthält alle auf der Erde vorkommenden chemischen Elemente in gelöster Form, die meisten jedoch in winzigen Mengen. Auch Schwermetalle wie Blei und Quecksilber und Cadmium finden sich darunter, diese lagern sich zum Großteil an Schwebepartikel an und sinken allmählich zu Boden, oder sie bilden schwerlösliche Komplexe und werden somit ins Sediment ausgefällt.
Seit Anfang der 1990er Jahre werden regelmäßig unter der Leitung des Umweltbundesamtes die Konzentrationen von Bestandteilen aus Kohle und Erdöl (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)), bestimmten Insektiziden (chlorierte Kohlenwasserstoffen wie Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) und „Lindan” Hexachlorcyclohexan (HCH)) sowie Weichmachern (polychlorierte Biphenyle (PCB)) und Antifoulinganstrichen von Schiffen (Tributylzinn (TBT)) gemessen.

Öllache

Die Helsinki-Kommission (HELCOM), in der die Anrainerstaaten der Ostsee gemeinsam für den Schutz der Ostsee arbeiten, hat im Juni 2016 Obergrenzen für eine Reihe von Stoffen veröffentlicht, die zur Erlangung eines guten Umweltzustandes nicht überschritten werden sollten. Seit den 1990er Jahren sinken die Gehalte an anorganischen und organischen Schadstoffen in verschiedenen Organismen (Miesmuscheln, Möweneiern und Aalmuttern) beständig.

Auch die regelmäßigen Messungen der Fördemuscheln aus der Kieler Meeresfarm, einer Ausgründung der Mutterfirma CRM – Coastal Research & Management, zeigen, dass der Schadstoffgehalt näher an den Nachweisgrenzen als an lebensmittelrelevanten Grenzwerten liegt.

Mikroplastik
Primäres Mikroplastik wird bereits in kleinster Größe hergestellt und ist beispielsweise in Kosmetika enthalten, als Granulat auf Kunstrasen oder wird als Schleifmittel in der Industrie eingesetzt. In Deutschland werden pro Jahr rund 500 Tonnen solcher primärer Mikropartikel aus Polyethylen (PE) in kosmetischen Mitteln wie Zahnpasta und Peelings verwendet. Die mengenmäßig bedeutsamste Quelle für Mikroplastik im Meer ist aber die Zersetzung größerer Plastikteile. Wenn großer Plastikmüll – von der Plastiktüte bis zum Fischernetz – über Flüsse oder direkt ins Meer gelangt, werden die großen Teile durch Wind, Wetter und Gezeiten zu sogenanntem sekundärem Mikroplastik zermahlen und zerkleinert. Rund sechs bis zehn Prozent der weltweiten Kunststoffproduktion landen laut Studie des Umweltbundesamtes (UBA) in den Weltmeeren. Eine Plastiktüte kann so über viele Jahrzehnte zu Mikroplastik zerfallen.

Wissenschaftler des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel sind über 13 Monate lang der Frage nachgegangen, wie Mikroplastik in die Kieler Förde gelangt. Sie stellten fest, dass die Belastung mit Mikroplastik in der Kieler Förde verglichen mit Küstengewässern rund um Städte ähnlicher Größe gering ist. Als Quellen der Verschmutzung identifizierten sie die Regenwasserkanalisation. Ihre Abflüsse schwemmen nach starken Niederschlägen viele Plastikpartikel, Reifenabrieb und Zigarettenkippen in die Förde. Auch das Silvesterfeuerwerk sei eine deutliche Quelle für die Verschmutzung des Fördewassers.

Munition und Kampfmittel
In der Ostsee und der Kieler Bucht liegen große Mengen an Minen und Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg sowie nach Kriegsende versenkte Waffen und Munition. Da die Marine und Werften in Kiel für das Deutsche Reich sehr bedeutsam war, wurde die Stadt sehr stark mit Luftangriffen bombardiert und zum Großteil zerstört. Von Juli 1940 bis Mai 1945 fielen insgesamt 44.000 Sprengbomben, 900 Luftminen und rund 500.000 Brandbomben auf das Stadtgebiet.

Die nicht detonierten Sprengkörper liegen als „Blindgänger” seit Jahrzehnten im Meerwasser und rosten vor sich hin. Dennoch ist nach Einschätzung der Kampfmittelräumdienste eine Freisetzung größerer Mengen sprengstofftypischer Verbindungen durch Selbstdetonation sehr unwahrscheinlich. Aufgrund von Durchrostung werden die chemischen Kampfstoffe von Zeit zu Zeit auch ohne Detonation freigesetzt.
Während bestimmte Verbindungen schnell mit Wasser reagieren und dadurch unschädlich werden, ist auch ein langfristiges Verweilen im Wasser oder eine Anreicherung in Lebewesen denkbar. Wiederholt durchgeführte Untersuchungen konnten diese Vermutung bisher jedoch nicht bestätigen. Alle vorliegenden Ergebnisse bestätigen die Einschätzung, dass bisher keine erhebliche, großräumige Belastung der Meeresumwelt durch Kampfmittel stattgefunden hat und wahrscheinlich auch nicht zu erwarten ist. Die Konzentrationen der sprengstofftypischen Verbindungen im Wasser lagen in den Studien der Dauerbeobachtung (Monitoring) der Meeresumwelt unterhalb der Bestimmungsgrenze.

Hin und wieder wird an den Stränden aus Brandbomben stammender weißer Phosphor gefunden, der in seinem Erscheinungsbild wie Bernstein aussieht. Dieser Phosphor entzündet sich nach erfolgter Trocknung von selbst und ist daher eine Gefahr für Sammler.

Marine Bakterien, Pilze und Viren
Auf den Oberflächen aller Lebewesen im Meer – so auch auf Algen – existieren marine Bakterien, deren Potenzial als Lieferanten neuer Biomoleküle nahezu unbegrenzt ist. Man schätzt, dass bisher nur etwa 1 Prozent der Bakterien im Meer beschrieben wurde.

Marine Bakterien besitzen eine Vielzahl verschiedener bioaktiver Stoffe. Diese Substanzen können vielfältige Effekte haben: Sie wirken zum Beispiel antimikrobiell, zytostatisch, fungizid oder antiviral. Viele dieser Mikroorganismen leben in Symbiose mit Schwämmen, Manteltieren, Moostierchen und Schnecken, die im Rahmen der „Blauen Biotechnologie” zur Entwicklung von Medikamenten herangezogen wurden. Bereits 12 lebensrettende Medikamente, z.B. gegen Krebs, wurden aus Meeresorganismen und ihren Symbionten entwickelt.

Abstrakt

Auch marine Pilze produzieren biologisch aktive Verbindungen. Die interessantesten Naturstoffproduzenten unter ihnen leben in Assoziation mit Meeresschwämmen oder Meeresalgen.

Viren werden im Allgemeinen als „Geißel der Menschheit” gesehen, dabei erfüllen sie in der Biologie eine wichtige Aufgabe. Im Meer sind Viren sogar die „Guten”. Rund zehn Millionen Viren befinden sich in einem Tropfen Meerwasser der Wasseroberfläche. Man hat inzwischen etwa 200.000 verschiedene Virenarten identifizieren können. Die meisten dieser Meeresviren gehören zu den sog. „Phagen“ und sind auf Bakterien und Mikroalgen als Wirte spezialisiert.

Viren sind aber auch ein nicht unerheblicher Kohlenstoffspeicher: Die geschätzte Virenmenge in den Weltmeeren von einer Quintillion – einer Zahl mit 30 Nullen – enthalten etwa 20 Megatonnen gebundenen Kohlenstoff, welches im Vergleich ca. 75 Millionen normal genährten Blauwalen entspricht.

Auch wenn Viren bei uns eher die Schreckgespenster der Medizin darstellen, gibt es durchaus auch nützliche Anwendungen. In der Tierzucht, z.B. bei Hummern und Krabben, können mit Bakterien befallene Tiere durch den Einsatz der entsprechenden Phagen behandelt werden. So kann der Einsatz von Antibiotika verhindert werden.

„Viren kontrollieren regelrecht, wer im Meer lebt und wer nicht”, stellen Wissenschaftler fest. Sie sorgen für ein Gleichgewicht zwischen den Organismen und damit für Artenreichtum.

Energetik
Durch die Wellenbewegungen ist das Meerwasser ständig in Bewegung und wird verwirbelt, wodurch sich der Sauerstoff löst und sich das Wasser mit Bewegungsenergie auflädt. Durch die Verdunstung und Rückkondensierung der Wassermoleküle (Regen) erhält das Element energetisch gesehen die Kraft von „oben” und „unten” (Hermetisches Prinzip der Entsprechung: „Es steigt von der Erde gen Himmel und wieder herunter zur Erde und erhält so die Kraft der oberen und der unteren Dinge.”).

Durch die Infrarot- und Ultraviolett-Anteile des Sonnenlichts erhält das Meerwasser eine spezielle Zustandsform mit besonderen elektrischen Eigenschaften (Dr. Gerald Pollack). Diese natürlichen Vorgänge machen aus dem natürlichen Meerwasser – im Gegensatz zu dem mit Meersalz versetzten Leitungswasser – etwas Besonderes.

Wie wird das Meerwasser aufgereinigt?

Das Meerwasser für die Oceanwell Produkte wird in unserem Nasslabor zunächst grob filtriert und anschließend mit unserer eigens entwickelten Querstromfiltration gereinigt. Die 0,2 µm Poren der Filtereinheit lassen kein Mikroplastik passieren und filtrieren auch einen Großteil der Bakterien heraus, so dass das Meerwasser nahezu steril ist.

Die marinen Viren sind zu klein, um herausgefiltert zu werden. Dies ist auch bei der Trinkwasseraufbereitung ein bekanntes Problem, so dass sich die Noroviren in den Wintermonaten über das Trinkwasser verbreiten können.
Wir lassen das Meerwasser durch eine UV-Desinfektion mit Licht sterilisieren, damit Viren und andere Keime inaktiviert werden. Somit ist das in den Formulaturen enthaltene Meerwasser nicht nur natürlich, sondern auch rein.

Gitter

Was macht Meerwasser auf der Haut?

Die positiven Eigenschaften von natürlichem Meerwasser wurden schon im antiken Griechenland entdeckt und beschrieben. Dort hat man den Begriff „Thalasso” (thalassa = Meer) geprägt. Die Thalasso-Therapie nutzt die natürliche Heilkraft des Meeres durch Verwendung der Inhaltsstoffe wie Salz, Algen, Schlick, Kreide, Bernstein usw.

Der französische Biologe René Quinton (1866-1925) hat sich in der Neuzeit mit den Wirkungen von Meerwasser auf den Körper beschäftigt und seine Erfahrungen niedergeschrieben. Er entdeckte, dass die Komposition der Mineralstoffe des Meerwassers derjenigen des Blutplasmas und der extrazellulären Flüssigkeit im menschlichen Körper sehr ähnlich ist.
Alte und neue Forschungen bestätigen, dass Meeresmineralien, insbesondere die Elemente Magnesium, Strontium und Selen schmerzhaften Hautentzündungen entgegenwirken. Meerwasser enthält darüber hinaus die seltenen Spurenelemente wie z.B. Platin, Rubidium, Vanadium und Molybdän, die vom Körper zwar nicht in nennenswerten Mengen benötigt werden – fehlen sie jedoch, können bestimmte Enzyme nicht optimal arbeiten.

Der natürliche Feuchtigkeitsgehalt der Haut wird durch Natrium, Kalium und Chlorid verbessert, da diese Mineralstoffe den Wasserhaushalt in den lebenden Hautschichten regulieren. Selen und Jod erhöhen die Widerstandsfähigkeit gegen oxidativen Stress und Strontium lindert den Juckreiz bei Hauterkrankungen. Meerwasser verstärkt die Wirkung von UV-Bestrahlung in der Therapie von Hautkrankheiten, z.B. bei Akne und Neurodermitis (Kieler Modell der Photo-Sole-Therapie).

Die Kieler Fachapothekerin Dr. Eva-Maria Brunschweiger beschreibt in ihren Veröffentlichungen die pharmakologische Wirkung von Meerwasser – insbesondere die Wirkung auf die Haut. Ihrer Einschätzung nach ist das Ostseewasser besonders gut für die Behandlung von Neurodermitis geeignet, während das höher konzentrierte Nordseewasser bei Psoriasis („Schuppenflechte”) gute Linderung bringt.

Fazit: Dass Meerwasser positiv auf den Organismus und insbesondere auf die Haut wirkt, ist unbestritten. Wir sorgen bei der Herstellung unserer Maritimen Naturkosmetik Oceanwell dafür, dass das enthaltene Meerwasser so natürlich und schadstofffrei wie möglich ist, um dem Kunden ein hochwertiges Produkt zu liefern.

 

Beitragsbild: Aaron Ulsh auf Pexels.com
Ölfilm: Dennis Larsen auf Pixabay.com
Abstrakt: Tomislav Jakupec auf Pixabay.com
Gitter: Willfried Wende auf Pixabay.com

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Veröffentlicht von

Thorsten Walter

Thorsten Walter

Mein Name ist Thorsten Walter. Ich bin Diplombiologe und arbeite nebenberuflich als Präventionspraktiker und Gesundheitsberater. Meine Aufgabe bei oceanBASIS ist der Bereich "actives", also die Wirk- und Rohstoffe der Kosmetik.

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