Wie funktioniert eigentlich unsere Haut?

Wie schützt sich die Haut vor äußeren Einflüssen?

Die Haut ist nach dem Darm und dem erst kürzlich entdecktem Interstitium, einem Sammelsurium aus Bindegewebe, Gefäßen und Nerven, unser drittgrößtes Organ und bedeckt jeden sichtbaren Winkel unseres Körpers. Was aber nur die wenigsten wissen: Die Haut ist gleichzeitig auch das vielseitigste Organ unseres Körpers: Mit nur 1 – 4 mm Dicke reguliert sie unsere Körpertemperatur, vermittelt wichtige Sinneswahrnehmungen und übernimmt zentrale Funktionen in unserem Stoffwechsel. Als Barriere zur Außenwelt hat die Haut außerdem die schwierige Aufgabe, uns vor den negativen Einflüssen unserer Umwelt zu schützen. Um zu verstehen, wie uns unsere Haut vor Krankheitserregern, Schadstoffen und UV-Strahlung bewahrt, müssen wir verstehen, wie die Haut aufgebaut ist.

Unsere Haut setzt sich aus drei Schichten zusammen, die verschiedene Aufgaben übernehmen:

Die Unterhaut (oder auch Subcutis)
Die Unterhaut ist die innerste Schicht unserer Haut und setzt sich vor allem aus lockerem Bindegewebe zusammen, in das Fettzellen eingelagert sind. Sie dienen dem Körper als Wärme- und Energiespeicher, aber auch als Schutzschicht vor inneren Verletzungen. Durch die Subcutis verlaufen zudem Venen und Arterien, die die Blutgefäße in der Lederhaut mit frischem Blut versorgen.

Die Lederhaut (oder auch Dermis)
Die Lederhaut besteht vor allem aus Strukturproteinen wie Kollagen und Elastin, die der Haut Elastizität, aber auch mechanische Stabilität verleihen. In ihr sind Talg- und Schweißdrüsen, Haarwurzeln, Tastkörperchen, Muskelstränge und Blutgefäße eingebettet. Somit kommt der Lederhaut vor allem die Aufgabe zu, wichtige Körperfunktionen der Haut aufrechtzuerhalten.

Die Oberhaut (oder auch Epidermis)
Die Epidermis ist die äußerste Schicht unserer Haut und besteht vor allem aus Keratinozyten (hornbildenden Zellen) und Korneozyten (verhornten Zellen), die wie Ziegelsteine in einem Mörtel aus Fettsäuren und Wasser eingebettet sind. Junge, hornbildende Zellen schieben sich beständig von innen nach außen, wo sie letztendlich ihren Zellkern verlieren und vollständig verhornen. Die Hornschicht der Epidermis ist bei weicher Haut nur wenige Zellen dick, sorgt aber dafür, dass Schadstoffe, Verunreinigungen und Krankheitserreger beständig abgeschliffen werden können. Außerdem ist der Wasseranteil in der Epidermis, je nach Pflegezustand, eher gering. Viele große und lipophobe (also nicht mit Fett mischbare) Substanzen können diese Ziegelstein-Mörtel-Schicht deshalb nicht ohne Weiteres passieren. Neben den hornbildenden und bereits verhornten Zellen befinden sich in der Epidermis auch die sogenannten Melanozyten, die das Melanin produzieren und an die benachbarten Keratinozyten abgeben. Die Melaninpigmente lassen uns im Sommer braun werden und schützen uns so vor schädlicher UV-Strahlung. Ohne das Melanin in unserer Haut würden wir in der Sonne innerhalb kürzester Zeit verbrennen.

Auf der Epidermis bildet sich durch die Ausscheidungen aus den Hautdrüsen ein Film aus Talg, freien Fettsäuren und Schweiß, der gemeinhin als „Säureschutzmantel der Haut“ bekannt ist. Er setzt den pH‑Wert der Haut herab und schützt die Haut zusätzlich vor pathogenen Keimen. Ob die schützende Wirkung des Schutzfilms tatsächlich allein auf eine Ansäuerung des Hautmilieus zurückzuführen ist, ist allerdings umstritten. Vielmehr wird vermutet, dass ein Mix aus Elektrolyten, bioaktiven Peptiden sowie Harnstoff und -säure die Hautflora gezielt selektiert, so dass nützliche Mikroben die Haut besiedeln können, aber pathogenen Erregern auf gesunder Haut kein Raum für eine Ausbreitung geboten wird.

Die Haut ist aus drei Schichten aufgebaut: Epidermis, Dermis und Subcutis.

Wenn die Haut eine so undurchlässige Barriere ist, wie kommen die Wirkstoffe der Produkte dann in die Haut?

Dermatologen, Pharma-Technologen sowie Kosmetikerinnen und Kosmetiker stehen dieser Herausforderung immer wieder gegenüber und haben deshalb vielfältige Formulierungen entwickelt, mit denen sowohl wasser- als auch fettlösliche Substanzen an ihr Ziel gebracht werden können. Besonders fetthaltige Cremes und Salben nutzen den sogenannten Okklusionseffekt: Unter der zusätzlichen Fettschicht auf der Haut staut sich freiwerdendes Wasser aus den Hautdrüsen und lässt die Haut aufquellen. Auf diese Weise machen besonders fetthaltige Formulierungen, zum Beispiel auf Basis von Vaseline, die Haut durchlässig. Sie werden deshalb in der Pharmazie zur Verabreichung von Wirkstoffen eingesetzt, die trotz ihrer lipophoben Eigenschaften tief in die Haut eindringen müssen. Im Gegensatz dazu wird in der Kosmetik in aller Regel auf deutlich fettärmere oder sogar fettfreie Produkte gesetzt. Sie quellen die Haut nicht so stark auf, sondern sorgen durch wasserbindende Substanzen wie z. B. Glycerin, Hyaluronsäure oder Kollagen für eine direkte Durchfeuchtung der Hornschicht und hinterlassen dabei durch kühlende Verdunstungseffekte ein besonders frisches und leichtes Hautgefühl. Die ideale Formulierung hängt aber nicht zuletzt auch vom entsprechenden Hauttyp ab. Anwenderinnen und Anwender, die zu Rötungen oder Entzündungen neigen, sollten auf zu fettreiche Cremes lieber verzichten. Trockene und schuppige Haut freut sich hingegen über die zusätzliche Feuchtigkeit aus reichhaltigen Produkten.

Eine Besonderheit bei Oceanwell ist die Formulierung unserer Produkte mit Algenextrakten und Meerwasser, welche die Haut mit Spurenelementen und Mineralien versorgen. Die Behandlung der Haut durch die Mineralien aus Algen, Schlamm oder Meerwasser wird seit Jahrhunderten unter den Begriffen Thalasso- und Balneotherapie betrieben und unter anderem erfolgreich gegen entzündliche Hauterkrankungen wie Schuppenflechte und Neurodermitis eingesetzt [1]. Wie genau verschiedene Salze und Mineralien mit der Hautbarriere, ihrem Feuchtigkeitshaushalt und anderen Prozessen in der Haut interagieren, ist allerdings noch immer Gegenstand der Forschung. Zuletzt veröffentliche Studien und Modelle beschreiben unter anderem den Transport von Salzionen in die Haut über Schweißdrüsen und Haarfollikel, aber auch den direkten Transport in das Zellinnere der Korneozyten, die durch die gezielte Aufnahme oder Abgabe von Salzionen ihren Wasserhaushalt und ihr Zellvolumen regulieren [2]. Obwohl die Mechanismen, mit denen die Mineralien des Meerwassers in die Haut gelangen, noch nicht vollständig aufgeklärt sind, bestätigen uns unsere Fachkunden regelmäßig den positiven Effekt des Meerwassers für das Hautbild.

Wie kann ich meine Haut bei ihren Aufgaben unterstützen?

Die Schlüssel zu einer gesunden Haut sind ausreichend Flüssigkeit und eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Außerdem kann ein Spaziergang am Strand nicht nur der Seele, sondern auch der Haut guttun, wenn uns die frische Meeresbrise salzhaltige Aerosole auf die Haut weht. Wer seiner Haut darüber hinaus noch etwas Gutes tun möchte oder es nicht so leicht ans Meer schafft, der ist mit unseren Oceanwell-Produkten gut beraten: Die Algenextrakte in unserer Basic.Line und in der parfumfreien Biomarine Cellsupport Serie wirken feuchtigkeitsspendend, vitalisierend und schützen unsere Haut vor freien Radikalen. Das Quallen-Kollagen aus unserer ProAge-Linie kann als Strukturprotein dazu beitragen, das Wasserbindevermögen sowie die mechanische Stabilität und Elastizität unserer Haut zu erhöhen. Und wer sich lieber von innen schützen möchte, dem empfehlen wir my Skin Shield mit Extrakten aus Grünkohl und Sanddorn: Sie enthalten viele Vitamine und Antioxidantien, darunter Lutein, ß-Carotin und Lycopin, die uns von innen vor oxidativem Stress schützen. Wie auch immer Ihr Eure Haut pflegen wollt, wir beraten Euch gerne!

Literaturverweise:
[1] Huang et al. (2018): The use of balneotherapy in dermatology. In: Clinics in Dermatology.
[2] Carbajo & Maraver (2018): Salt water and skin interactions: New lines of evidence. In: International Journal of Biometeorology.

Weiterführende Literatur:
Pharmazeutische Zeitung (Reinhard H. H. Neubert & Roger Wepf, 2007): Stratum corneum – Struktur und Morphologie einer Barriere.

Bildverweise:
Titelfoto: Zur Verfügung gestellt von Racool_studio auf Freepik.com
Aufbau der Haut: Servier Medical Art by Servier (Creative Commons Attribution 3.0 Unported License)

 

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Veröffentlicht von

Timo Jensen

Timo Jensen

Moin, mein Name ist Timo Jensen und ich bin Rahmen meiner Promotion an der Uni Kiel als wissenschaftlicher Angestellter bei CRM tätig. Als Biotechnologe hat es mich schon immer fasziniert, dass die Natur so viele und oftmals passgenaue Werkzeuge für uns bereithält, die zur Lösung verschiedenster Probleme notwendig sind – sei es in der Umwelt, Kosmetik oder Medizin. Ich freue mich deshalb besonders darauf, bei CRM zur nachhaltigen Erschließung dieser Schätze beitragen zu können und werde im Oceanblog hin und wieder darüber berichten.

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