Nachhaltig und ökonomisch

Forschung zur ganzheitlichen Nutzung von Algen- und Muschelfarmen

Wie bereits in unserem Beitrag Innovationsraum „Bioökonomie auf marinen Standorten (BaMS) berichtet, sind oceanBASIS und CRM an diversen Forschungsprojekten beteiligt. An dieser Stelle soll nun das Projekt LaMuOpt: „Ganzheitliche Nutzung von Laminaria- und Muschel-Nebenerzeugnissen zur Optimierung von kreislaufbasierter Fischzucht und Produkten für den menschlichen Verzehr“ vorgestellt werden. Dieses wird von CRM zusammen mit den Projektpartnern Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik (Projektleitung), Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und Gesellschaft für Marine Aquakultur (GMA) mbH durchgeführt.

Rohstoffe wie Fisch, Meeresfrüchte und Algen werden bereits seit langem für den menschlichen Gebrauch in Aquakulturen gezüchtet. Sie finden Einsatz als Nahrungsmittel, Nahrungsergänzungsmittel, in Kosmetika, Pharmazie und Medizin. Jedoch werden die gezüchteten Tiere und Pflanzen oft nur teilweise verwendet.
Bei der Produktion und Weiterverarbeitung der Tiere und Pflanzen fallen sogenannte Nebenstromprodukte an. Dies ist ein Fachbegriff für „Produkte“, besser gesagt „Reste“, die meist im Müll landen. Hierbei handelt es sich um nicht unerhebliche Mengen, es fallen bis zu 15 % Nebenstromprodukt pro Produktion an.

Das Projekt strebt nun an, diese Nebenstromprodukte ebenfalls zu nutzen und somit die Farmen und Produktionen ökologischer und ökonomischer zu machen, indem neue Produkte entstehen, die wirtschaftlich genutzt werden können.
Bei der Muschelernte z. B. werden untermaßige Muscheln einer Muschelfarm – d. h. Muscheln, die für den Verzehr zu klein sind – meist einfach wieder zurück ins Meer gegeben. Bei der Herstellung von Algenextrakten bleibt immer ein Großteil der Algen als ungenutzter Algentrester übrig.
Sowohl Algentrester als auch Muschelmehl, welches aus untermaßigen Muscheln hergestellt werden kann, bieten einerseits ein großes Potential in landbasierten Kreislaufanlagen als Fischfutterkomponente; zum anderen sollen diese Nebenstromprodukte auch als innovative Zutaten für den menschlichen Verzehr entwickelt werden.
Landbasierte Kreislaufanlagen, küstennahe integrierte multitrophische Kulturen, sowie Konsumenten von Algen-, Fisch- und Muschelprodukten profitieren von den Ergebnissen dieses Projektes.

Fischfutter und Lebensmittel aus Algentrester

Der Part von CRM besteht darin, den bei der Algenextrakt-Herstellung anfallenden Trester so aufzuarbeiten, dass er für Fischfutter und/oder den menschlichen Verzehr (z. B. in Form eines Algenpestos) eingesetzt werden kann.
Dazu gehört u. a. die Analyse des Tresters im Hinblick auf Nährstoff- und Schadstoffgehalte. Anhand dieser Analytik kann dann das Verfahren zur Herstellung des Tresters so angepasst werden, dass ein optimales Nährstoffprofil zum Einsatz im Fischfutter oder Lebensmitteln erreicht wird. Darüber hinaus muss das Material physikalisch so angepasst werden, dass es für das entsprechende Einsatzgebiet funktional ist. So müssen z. B. die Korngröße und Restfeuchtegehalte optimiert werden.
Im Herbst diesen Jahres werden erste Fischfütterungsversuche bei der GMA (Gesellschaft für marine Aquakultur) in Büsum mit algenbasiertem Fischfutter stattfinden.

Bildnachweis:
Titelbild: GMA – Gesellschaft für Marine Aquakultur mbH;
Algen, Meeresfarm: oceanBASIS GmbH

Weiterführende Informationen:
Du möchtest mehr erfahren über nachhaltige Aquakultur? Lies auch unseren Beitrag über den AQUATOR, ein weiteres BamS-Projekt

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Veröffentlicht von

Susanne Woldmann

Susanne Woldmann

Mein Name ist Susanne Woldmann. Ich bin Diplom-Ingenieurin für Biotechnologie und zuständig für die Produktion unserer Kosmetik-Algenextrakte, die komplett in unserem Hause hergestellt werden. Darüber hinaus betreue ich diverse Forschungsprojekte, die oceanBASIS und CRM zusammen mit Uni- und Wirtschaftspartnern durchführen.

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