Algen-Food, gedeckter Tisch

Algen – die gesunde Delikatesse aus dem Meer

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Meeresalgen landen immer häufiger auf unseren Speisetellern, denn sie gelten als gesunde Nährstofflieferanten und als besondere Delikatesse. Dabei ist die Idee, Algen als Lebensmittel zu nutzen, selbst in der westlichen Welt nicht neu: Schon zu Zeiten der Seefahrer schützten sich diese mit dem Vitamin C aus Algen, insbesondere aus der Dulse, vor Skorbut. In diesem Beitrag geht es darum, wo Algen als Lebensmittel überall zu finden sind, welche essbaren Algen es gibt, warum sie gesund sind und was Verbraucher beim Verzehr beachten sollten.


Algen sind für uns nicht relevant… und ihre Verwendung ist eher eine Spielerei unter Spitzenköchen? Weit gefehlt! Denn Zuckerverbindungen aus Algen sind längst fester Bestandteil unserer Lebensmittelindustrie, wo sie in Fertigprodukten als natürliche Texturgeber, Verdicker, Stabilisatoren bzw. Geliermittel eingesetzt werden. Die bekanntesten dieser Lebensmittelzusatzstoffe sind:

  • Alginsäure (E 400) und Alginate (E401-405): Sie finden sich u. a. in Milchprodukten, Light-Produkten, Backwaren, Mayonnaisen, Salatsaucen.
  • Agar-Agar (E 406): als Gelatineersatz im Haushalt verwendbar; industriell in Konfitüre, Süßwaren, Glace
  • Carrageen (E 407): wird beispielsweise in Light-Produkten, Wein und Bier, Babynahrung, Desserts verwendet.

Neben diesem eher unbewussten Konsum sind Algen in Form von Nahrungsergänzungsmitteln im Trend. Besonders bekannt sind hierbei die in Süßwasser lebenden Mikroalgen Spirulina und Chlorella. Sie werden getrocknet und als Pulver oder Kapseln in Apotheken und Reformhäusern bzw. online verkauft.

Zur Zubereitung von Speisen eignen sich schließlich die Meeresalgen.

Essbare Algen

Forscher gehen davon aus, dass es mehr als 400.000 Algenarten auf der Welt gibt. Allerdings sind uns nur etwa 20 Prozent davon bis heute bekannt. Gegessen werden weltweit rund 500 Algenarten. Dabei sind die Japaner absolute Spitzenreiter, denn Algen machen bei ihnen rund 10 Prozent der Ernährung aus – das sind ca. 300.000 Tonnen pro Jahr.

Zu den Makroalgen zählen Rotalgen, Braunalgen und Grünalgen. Die bekannteren essbaren Meeresalgen sind:

  • Dulse (Lappentang)
    Die Dulse ist eine Rotalge. Sie hat eine lebhaft braunrote bis purpurne Farbe und einen kräftigen, meerigen Geschmack.
  • Kombu (Zuckertang)
    Eine jodreiche Braunalge mit feiner, süßlich-nussiger Note, die den beliebten Umami-Geschmack auslöst.
  • Meeresspaghetti (Riementang)
    Eine Braunalge, deren sehr lange, schmale Bänder Assoziationen zu der bekannten Pasta-Sorte aufkommen lassen.
  • Wakame
    Eine Braunalge, die als einjährige Meeresalge in 6-12 m Tiefe wächst. Sie ist nach Nori die wichtigste japanische Speisealge, schmeckt kräftig nach Meer und hat einen knackigen Biss.
  • Ulva (Meersalat)
    Eine Grünalge, deren Aussehen einem frisch grünen, gewellten Salatblatt ähnelt. Meersalat hat einen angenehm würzigen Geschmack.
  • Nori (Purpurtang)
    Eine Rotalge, die in Japan bereits seit 300 Jahren angebaut wird. Nori-Algen werden im Asialaden als dunkelgrüne, getrocknete und anschließend geröstete papierartige Blätter verkauft. Nori-Blätter umhüllen die beliebten Sushi-Röllchen.

Verwendung in der Küche

Meeresalgen zum Verzehr werden meist in getrockneter Form angeboten. Sie werden auch als „Meeresgemüse“ bezeichnet, wegen ihres intensiven Aromas aber eher als Gewürzzutat verwendet. Die Einsatzmöglichkeiten der nach Meer schmeckenden Delikatesse sind dabei vielfältig: So eignen sie sich als Beigabe in Salaten ebenso wie zum Würzen warmer Speisen, z. B. in Suppen, Omelette oder Reis. Getrocknete Algenflakes können beim Backen von Brot oder Muffins verwendet werden, zudem sind sie beliebt als kleine Knabberei für zwischendurch. Die Dulse besitzt eine besondere Eigenschaft: Wird sie vor dem Verzehr etwas angeröstet, entwickelt sie ein nussig-würziges Aroma, welches an Speck erinnert und so auch vegetarischen Gerichten eine besondere Note verleihen kann.

Gesunde Inhaltsstoffe

Meeresalgen enthalten in der Regel wenige Kalorien. Sie sind ein natürlicher Lieferant von Ballaststoffen und Proteinen und überaus reich an Mineralstoffen (Kalium, Calcium, Magnesium, Natrium, Chlorid u. a.) sowie Spurenelementen (Bsp. Selen, Zink, Eisen, Jodid). Dazu enthalten sie viele essentielle Aminosäuren und Vitamine (Vitamin A, B2, C, D, E und K, Folsäure sowie B12, welches sonst ausschließlich in tierischen Produkten enthalten ist).

Algen sind ein sehr konzentriertes Nahrungsmittel, der Mineralstoffgehalt von Makroalgen ist höher als der in essbaren Landpflanzen und tierischen Lebensmitteln. So können sie, schon in kleinen Mengen verzehrt, unsere Nahrung mit wichtigen Mineralstoffen ergänzen.

Algen und Jod

Jod ist ein essentielles Spurenelement und Bestandteil der Schilddrüsenhormone. Diese steuern viele Stoffwechselprozesse im Körper wie Wachstum, Entwicklung des Gehirns und den Energiestoffwechsel. Da in Deutschland die Menschen tendenziell eher zu wenig Jod mit der Nahrung aufnehmen, wird u. a. Speisesalz häufig mit Jod versetzt.

In Meeresalgen kann natürliches Jod in sehr hohen Mengen enthalten sein. Da nicht nur ein Jodmangel, sondern ebenso ein Zuviel an Jod dem Körper schaden kann, sollten besonders Ältere sowie Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen beim Verzehr vorsichtig sein. Das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) sowie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung geben Hinweise zum Thema. In Deutschland liegt die empfohlene Menge Jod für Erwachsene danach pro Tag bei 180-200 Mikrogramm.

Algen können also zur Deckung des Jodbedarfs beitragen, solange Jede(r) die empfohlenen Mengenangaben beachtet. Wichtig ist es daher, beim Kauf auf einen Jodhinweis auf den Verpackungen zu achten. Manche Algenarten sollten zudem vor dem Verzehr gewässert werden.

Algen und ihre Herkunft

Algen enthalten essentielle Nährstoffe, sie können aber auch Schadstoffe wie Schwermetalle und Pestizide speichern. Beim Konsum von „Meeresgemüse“ sollten Verbraucherinnen und Verbraucher daher darauf achten, wo die Algen gezüchtet und wie sie geerntet werden. Auch sollten die Algen möglichst schonend getrocknet werden, damit die Nährstoffe erhalten bleiben.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist der Einfluss von Algen auf unser Klima, denn ungefähr jedes zweite Sauerstoffmolekül in der Atmosphäre wird von Algen gebildet. Entsprechend viel CO2 wird dabei gebunden. Für die Ernte bedeutet das, dass Algen entweder aus nachhaltiger Wildernte oder aus Aquakultur stammen sollten, damit die natürlichen Bestände erhalten bleiben.

 

Wer neugierig geworden ist und das Gemüse aus dem Meer einmal ausprobieren möchte: Im Meeresgarten Online-Shop gibt es unsere getrockneten Algen in Bioqualität. Meeresgarten ist, neben der Naturkosmetik Oceanwell, die zweite Marke aus dem Hause oceanBASIS.

Und hier geht’s zum Oceanwell Podcast “Iss Dich schlau mit Algen”

Bildnachweis:
Wakame-Salat: Image by S. Hermann & F. Richter from Pixabay
Alle weiteren Bilder: oceanBASIS, Nikolas Linke

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Veröffentlicht von

Miriam Berwanger

Miriam Berwanger

Mein Name ist Miriam Berwanger, und ich bin bei OceanBASIS im Bereich Kommunikation und Marketing tätig. Beruflich gilt meine Leidenschaft dem Texten, privat liebe ich das Meer. Ich bin glücklich beides verbinden zu können, denn ich schreibe über wissenschaftliche Zusammenhänge sowie die Menschen hinter der Marke Oceanwell. Nach Feierabend entspanne ich beim Segeln oder einem Spaziergang am Strand…

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