Was ist Palmaria?

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Spannendes aus unserer Wirkstoffschmiede

Von unserem neuen Palmaria-Öl haben wir in unserem Podcast längst berichtet. Aber was ist „Palmaria“ eigentlich und verbirgt sich dahinter etwa Palmöl?

Palmaria palmata, der Lappentang, ist eine essbare Rotalgenart, die in nördlichen, kalten und küstennahen Gewässern des Pazifiks und Atlantiks vorkommt. Palmaria wächst mit seinem Haftorgan auf Steinen oder anderen Algen in der intertidalen Zone, also in den lichtdurchfluteten Bereichen des Meeres, die bei Niedrigwasser auch mal trockenfallen können. Palmaria bildet mit seiner Größe von maximal 50 cm im Gegensatz zu manch anderer Algenart zwar keine Unterwasser-Wälder, aber zumindest Buschlandschaften, die zusammen mit anderen Algenarten einen Lebensraum für kleine Fische, Krebstiere und andere Lebewesen bilden.

Im Lappentang stecken zahlreiche Vitamine, Mineralien und Nährstoffe. Aus diesem Grund wird Palmaria palmata unter anderem in Island, Irland und Kanada aktiv angebaut und unter dem Namen „Dulse“ vertrieben. Dulse hat einen salzigen, leicht nussigen Geschmack, eignet sich getrocknet gut zum Würzen oder als Topping in Salaten und entfaltet beim Braten sogar ein Speckaroma. Dulse ist übrigens kein „neumodisches Superfood“. Schon im 19. Jahrhundert wurde Dulse von irischen Seefahrern verzehrt, um sich an Bord mit Vitamin C zu versorgen und sich vor Skorbut zu schützen.

Palmaria hat dementsprechend gar nichts mit den an Land vorkommenden Palmengewächsen (wissenschaftlich Arecaceae) zu tun. Solltet Ihr also in der INCI-Liste eines Oceanwell-Produktes mal über „Palmaria Palmata Extract“ stolpern, könnt Ihr euch sicher sein, dass es sich dabei nicht um Palmöl handelt, sondern um einen hochwertigen Rotalgenextrakt. Übrigens: Auch sonst verwenden wir kein Palmöl in unseren Produkten, sondern nachhaltigere Alternativen aus Kokosöl oder Rapssaat (weitere Informationen zu unserem  Neutralöl und Emulgator).

Was ist das Besondere an dem Palmaria-Extrakt?

Fast all unsere Kosmetikprodukte enthalten Extrakte aus Algen. Aber natürlich ist Alge nicht gleich Alge. Der Extrakt aus der Braunalge Saccharina latissima, der in den meisten Produkten unserer Basic.Line und Biomarine Cellsupport Serie enthalten ist, ist eine wahres Allround-Talent: Er enthält wichtige Vitamine, Aminosäuren, mehrfach ungesättigte Fettsäuren sowie Spurenelemente, regt den Stoffwechsel an und trägt mit seinen Algenzuckern (v. a. Fucoidan) zur Hydratisierung und Regeneration der Haut bei.

Die Rotalge Palmaria ist aktuell nur in zweien unserer Produkte enthalten:

  1. Als wässriger Auszug im Protecting Serum aus der OceanCollagen Serie
    Bei dieser Methode, die bei uns am Tiessenkai durchgeführt wird, werden frisch eingefrorene Algen mit Wasser in einer speziellen Kolloidmühle vermahlen. Der nach der Filtration entstehende Extrakt ist leuchtend pink und erhält bei der anschließenden Reifung eine rotbraune Farbe.

    Bei der Extraktion werden neben den „klassischen Radikalfängern“ wie Polyphenolen und Carotinoiden sogenannte Mycosporin-ähnliche Aminosäuren aus den Zellen der Alge gelöst. Diese sind in der Lage, UV-Licht in Wärme umzuwandeln und somit für die Haut unschädlich zu machen. Zusätzlich beugen anti-oxidativ wirkende Enzyme  zellulärem Stress durch freie Sauerstoffradikale vor. Es konnte gezeigt werden, dass die antioxidative Kapazität des wässrigen Palmaria-Extraktes bis zu 30-mal höher ist als ein vergleichbarer Braunalgenextrakt. Nicht zuletzt regt der Extrakt aus dem Lappentang auch die Bildung neuer Zellmatrixproteine wie Decorin, Elastin und Filaggrin an und sorgt so für ein frisches und regeneriertes Hautbild. Während der Extrakt aus Saccharina latissima also eine ideale Pflegekomponente für die Haut darstellt, ist der wässrige Extrakt aus Palmaria palmata ein besonderer Schutz gegen Lichtstress und vorzeitige Hautalterung.

  2. Als öliger Auszug im Palmaria-Öl
    Bei unserem neuen Palmaria-Öl kommt eine eigens entwickelte und patentierte Extraktionsmethode zum Einsatz, mit der ein öliger Extrakt aus dem Lappentang gewonnen werden kann. Hierbei werden getrocknete Algenblätter mit Ölsaaten (in diesem Fall Sonnenblumenkernen) vermahlen. Durch die großen Scherkräfte wird das Öl aus den Kernen durch die Algen gepresst und löst dabei noch einmal eine andere Bandbreite an Stoffen aus den Zellen, die dem Palmaria-Öl seine hautpflegenden Eigenschaften verleihen.

In der Liste der Inhaltsstoffe der Produkte (INCIs) ist der Unterschied zwischen den beiden Extrakten leider nicht ersichtlich. Sowohl im OceanCollagen Protecting Serum als auch im Oceanwell Palmaria-Öl findest du unter den Inhaltsstoffen die Angabe “Palmaria Palmata Extract”. Dies ist darauf zurückzuführen, dass alle in der EU zugelassenen Inhaltsstoffe und deren Bezeichnungen in der Cosmetic Ingredients Database (COSING) registriert sein müssen. In dieser Datenbank wird „Palmaria Palmata Extract“ leider nur als Extrakt aus der Alge Palmaria palmata definiert – zwischen verschiedenen Extraktionsverfahren wird aber nicht unterschieden.

Übrigens: Bei Fragen zu unserer Kosmetik oder den darin enthaltenen Inhaltsstoffen stehen wir Euch jederzeit gern zur Verfügung. Zögert daher bitte nicht, uns zu kontaktieren, wenn Fragen oder Unklarheiten zu unseren Produkten bestehen.

Bild-Verweise:
Titelbild von Wolfgang Hasselmann auf Unsplash
Palmaria-Fotos aus der Bretagne: Rafael Meichßner

Weitere Informationen:
Die Cosmetic Ingredients Database
Weitere Informationen zu unseren Algenextrakten
Dulse aus dem Meeresgarten

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Veröffentlicht von

Timo Jensen

Moin, mein Name ist Timo Jensen und ich bin Rahmen meiner Promotion an der Uni Kiel als wissenschaftlicher Angestellter bei CRM tätig. Als Biotechnologe hat es mich schon immer fasziniert, dass die Natur so viele und oftmals passgenaue Werkzeuge für uns bereithält, die zur Lösung verschiedenster Probleme notwendig sind – sei es in der Umwelt, Kosmetik oder Medizin. Ich freue mich deshalb besonders darauf, bei CRM zur nachhaltigen Erschließung dieser Schätze beitragen zu können und werde im Oceanblog hin und wieder darüber berichten.

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