Juwelen im Gesicht

Spurenelemente für eine schöne Haut

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Im Zellstoffwechsel sind Spurenelemente an zahlreichen Enzymreaktionen zur Energiegewinnung, Abtransport, Regeneration und Zellteilung beteiligt. Fehlen sie, läuft der Stoffwechsel nicht rund, und es kann zu unsichtbaren oder sichtbaren Problemen führen. Da sich die Haut alle 26-28 Tage erneuert und nach außen abschilfert (Desquamation), verlieren wir täglich durchschnittlich 10 Gramm Hautschuppen. Dabei gehen auch viele wichtige Spurenelemente verloren. Algen und Meerwasser sind eine gute Quelle einer Vielzahl verschiedener Mineralstoffe und Spurenelemente. Da Algen diese Elemente anreichern können, sind sie auch im Algenextrakt enthalten.

Die Ernährung

Die Hautzellen werden größtenteils von innen durch das Blut ernährt. Daher müssen Spurenelemente primär über die Nahrung aufgenommen werden. Jedoch sinkt der Mineraliengehalt unserer Ackerböden dramatisch, so dass auch Obst, Gemüse und Getreide immer weniger dieser wichtigen Stoffe enthalten. Das hat weitreichende Folgen und macht auf lange Sicht krank.

Sichtbare oder sogar krankhafte Veränderungen der Haut können frühzeitige Indikatoren einer Mangel- oder Fehlernährung sein. Eine Unterversorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen kann z. B. zu Hyperkeratosen, Hyperpigmentierungen, Dermatitis oder Nagelveränderungen etc. führen. Ausgeprägte Vitaminmangelerkrankungen sind heute in Mitteleuropa eher selten – recht häufig ist hingegen eine unzureichende Versorgung mit Folsäure, Vitamin D, Magnesium, Selen, Zink und Jod.

Mikronährstoffe können bei Hauterkrankungen einen wichtigen Beitrag zur Linderung leisten, z. B. durch ihre antiinflammatorischen, antioxidativen, regenerierenden und wundheilungsfördernden Eigenschaften. Da sie in geringer Menge auch von außen aufgenommen werden können, bietet eine Naturkosmetik mit Meereswirkstoffen eine ideale Ergänzung zur Mikronährstoffversorgung der Haut. Weitere für die Haut wichtige Stoffgruppen sind Vitamine, Fettsäuren, Aminosäuren und Antioxidantien.

Insbesondere die UV-gestresste Haut hat einen erhöhten Bedarf an Mineralstoffen und Spurenelementen, um sich regenerieren zu können. Carotinoide wie Lutein, Lycopin und Betacarotin aus der Nahrung können in die lebenden Hautschichten eingelagert werden und sorgen dort für die Verminderung von UV-Schäden. (siehe auch “Ganzheitliche Pflege für schöne Haut – Oceanwell Healthfood”, “Lichtstress und natürlicher Sonnenschutz”)

Von außen können Mineral- und Spurenelemente bedingt aufgenommen werden. Um den Transport durch die Hautschichten zu ermöglichen, werden die Wasserkanäle (Aquaporine) und Natriumkanäle benötigt (siehe auch “Der Feuchtigkeitshaushalt der Haut”).

Welche Elemente benötigt der Körper?

Etwa 32 der 83 natürlichen Elemente des Periodensystems kommen im menschlichen Körper vor. Dabei spielt ihre Menge eine entscheidende Rolle, ob sie als Mineralstoff oder als Spurenelement gezählt werden.

Mineralgestein

Die Mineralstoffe

Zu den Mineralstoffen gehören Natrium, Kalium, Calcium und Magnesium. Diese werden im Körper in größeren Mengen benötigt und zum Teil über Harn und Schweiß ausgeschieden. Die Elemente Kohlenstoff (C), Sauerstoff (O) und Wasserstoff (H) sind wesentliche Bestandteile der organischen Verbindungen (“organische Chemie”) und umfasst auch die Nahrungsbestandteile Kohlenhydrate (Zucker), Fette (Lipide) und Eiweiße (Proteine).

Die Spurenelemente

Die Spurenelemente werden in winzigen Mengen benötigt – fehlen sie aber im Körper, kann es zu Beeinträchtigungen der Stoffwechselfunktionen und zu Mangelerscheinungen kommen. Als Ultra-Spurenelemente werden Mineralstoffe bezeichnet, die weniger als 1 µg/kg Körpergewicht ausmachen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat etwa 200 gesundheitsbezogene Aussagen (Health Claims) zugelassen. Als “hautfreundliche Spurenelemente” (*) werden solche Spurenelemente bezeichnet, für die es eine zugelassene Health Claims mit Bezug zur Haut gibt.

Zink (Zn) *
Zink trägt zur Erhaltung normaler Haut, Haare und Nägel bei (EFSA). Der Körper benötigt es für die Aktivität von 300 Enzymen, welche wichtige Stoffwechselvorgänge steuern. Sie erfüllen grundlegende Aufgaben im Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel. Zink spielt eine Schlüsselrolle im Immunsystem. Die für die Abwehr zuständigen Blutkörperchen werden aktiviert, sodass der Körper gegen Krankheitserreger schneller angehen kann. Durch das Zink können z. B. auch die durch eine Erkältung entzündeten Schleimhäute eine Schutzmembran bilden, sodass die Viren nur noch erschwert eindringen können. Zinksalbe hilft bei der Heilung kleiner Wunden oder bei entzündlicher Akne.

Kupfer (Cu) *
Kupfer trägt zu einer normalen Hautpigmentierung und zur Erhaltung von normalem Bindegewebe bei (EFSA). Es ist ein wichtiges Spurenelement, das als Bestandteil von bestimmten Enzymen (Oxidasen) benötigt wird. Es spielt eine entscheidende Rolle im Eisenstoffwechsel.

Jod (I) *
Jod trägt zur Erhaltung normaler Haut bei (EFSA). Die Hauptrolle von Jod besteht in der Bildung der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3). Daneben ist es funktionell unentbehrlich für jede Körperzelle, in denen es die verschiedensten Aufgaben erfüllt. Lies dazu auch unseren Artikel “Jod – für mehr als nur die Schilddrüse”.

Mangan (Mn) *
Mangan ist als Bestandteil und Aktivator einiger wichtiger Enzyme notwendig – unter anderem für den Aufbau des Bindegewebes bei der Eiweiß- und Fettsynthese. Mangan trägt zu einer normalen Bindegewebsbildung bei (EFSA).

Strontium (Sr)
Strontiumsalze unterdrücken die durch Reizung hervorgerufenen sensorischen Irritationen der Haut wie Brennen, Jucken oder Stechen.

Schwefel (S)
Schwefel ist in den Aminosäuren Cystein, Cystin und Methionin, sowie der Vitamine B1 (Thiamin) und B7 (Biotin) enthalten. Man findet es in Heparin, das für die Hemmung der Blutgerinnung sorgt, und im Chondroidin-Sulfat, dem Hauptbestandteil des Knorpels. Es ist Bestandteil des Keratins, das für glänzendes Haar und widerstandsfähige Nägel sorgt. Schwefel hilft dabei, Zellen und Gewebe aufzubauen und zu reparieren und stärkt darüber hinaus das ganze Immunsystem. (siehe auch “Schwefel für Haut, Haare, Nägel und Gelenke”)
Haut, Bindegewebe, Haare und Nägel benötigen neben Schwefel zusätzlich auch Silicium.

Silicium (Si; Kieselsäure)
Es ist das zweithäufigste Element der Erde und kommt vermehrt in Kieselalgen, Brennnesseln, Schachtelhalm und Bambus vor. Im menschlichen Organismus findet man das Mineral in fast jeder Zelle, da es an vielen Stoffwechselprozessen beteiligt ist. Es fördert die Bildung von Kollagen und Elastin, bildet die Gewebestrukturen von Haut, Bindegewebe, Nägeln und Gelenkknorpel und fördert die Elastizität von Sehnen und Bändern.

Spurenelemente als Radikalfänger

Die wichtigsten Elemente, die immer im Blick behalten werden sollten, sind Magnesium, Zink und Selen, denn Mineralstoffmängel sind häufiger als Vitaminmängel. Insbesondere für die Herstellung der körpereigenen Radikalfänger sind zusätzlich die Elemente Mangan, Molybdän, Eisen und Kupfer als Co-Faktoren wertvoll:

enzymatische Antioxidantien Co-Faktoren
Superoxid-Dismutase (SOD) Mangan, Zink, Kupfer, Eisen
Katalase (CAT) Eisen
Glutathion-Peroxidase (GPx) Selen

Zahlreiche Wechselbeziehungen

Die Aufnahme von Mineralstoffen und Spurenelementen in die Zellen ist von speziellen Transportproteinen (Transporter) in der Zellmembran abhängig. Einige dieser Transporter sind sog. Symporter, die den Transport von mehreren Stoffen in gleicher (Symport) oder entgegen gesetzter (Antiport) Richtung ermöglicht. Daraus ergibt sich, dass zur Aufnahme von Zink auch Kupfer benötigt wird. Die langfristige Einnahme von Zink kann einen Kupfermangel verursachen. Zudem behindert es die Aufnahme und Speicherung von Eisen. Zur Aufnahme von Magnesium wird Calcium benötigt – ist es nicht verfügbar, können die als Nahrungsergänzung zugeführten Magnesiumverbindungen nicht aufgenommen werden.

Die Aufnahme wichtiger Elemente über den Darm kann jedoch durch andere Faktoren wie die Darmflora beeinträchtigt sein. Nach einer Darmreinigung oder Fastenkur und anschließendem Aufbau der Darmflora mit probiotischen Nahrungsergänzungen kann die Aufnahme von Spurenelementen deutlich verbessert werden.

Die Gegenspieler toxischer Metalle

Toxische Metalle (häufig unter dem Begriff “Schwermetalle” zusammengefasst) können Mineralstoffe aus ihren Bindungsstellen in Enzymkomplexen verdrängen, d. h. ihre Position einnehmen, und damit ganze Enzymsysteme lahmlegen. Die Folge ist der Funktionsverlust der Entgiftungsleistungen. Toxische Metalle induzieren oxidativen Stress und Entzündungen („silent Inflammation“). Ohne den oxidativen Schutz sind aktivierte Immunzellen nicht arbeitsfähig. Insbesondere die Wechselwirkungen zwischen toxischen Metallen und den Mineralstoffen sind wichtig: So können Aluminiumansammlungen im Körper durch Silicium und Bleibelastungen durch Calcium entfernt werden. Spurenelemente sind somit wichtige Elemente bei der Ausleitung von “Schwermetallen” und den sog. “Schlackenstoffen”.

toxische Metalle Ausleitungshelfer
Aluminium Selen, Silicium
Arsen Selen
Blei Calcium
Cadmium Zink
Nickel Magnesium
Quecksilber Selen

Organisch oder anorganisch?

Fast alle der genannten Elemente (außer Natrium und Kalium) werden von den Meerespflanzen aufgenommen und organisch gebunden. Dadurch verändern die Stoffe auch ihre chemischen Eigenschaften, was einige metallische Elemente wie Chrom und Mangan unschädlich für den Körper macht. Einige Stoffe werden so weit aufkonzentriert, dass man sagen kann, ein Liter Algenextrakt enthält die Spurenelemente und Mineralstoffe aus etwa 10.000 Litern Meerwasser.

Bildnachweis
Titelbild von Nika Akin auf Pixabay.com
Mineralgestein von Vitaliy Shmidt auf Pixabay.com

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Veröffentlicht von

Thorsten Walter

Mein Name ist Thorsten Walter. Ich bin Diplombiologe und arbeite nebenberuflich als Präventionspraktiker und Gesundheitsberater. Meine Aufgabe bei oceanBASIS ist der Bereich "actives", also die Wirk- und Rohstoffe der Kosmetik.

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