Neues von der Cote d´Ivoire

Dank vieler Spenden und Partner wächst unser Projekt „Protect the Ocean“ immer weiter. Mit ihren Aktivitäten hat die Maritime Naturkosmetik Oceanwell einen Prozess angestoßen mit dem Ziel, ein Meeresschutzgebiet im Südwesten der Côte d’Ivoire bei Grand Béréby zu realisieren. Unser Projektleiter Olaf Grell ist wieder jetzt wieder vor Ort und wird in Kooperation mit lokalen Akteuren der Nichtregierungsorganisation CEM die Errichtung des ersten Meeresschutzgebietes (MPA – Marine Protected Area) vorantreiben.
Im Februar ist dann auch ein Besuch der Abgesandten der „Abidjan Convention“ vor Ort geplant, die die Regierung bei der offiziellen Einrchtung Naturschutzgebieten beratend unterstützen.

Insgesamt kann man sagen: Das Projekt läuft sehr gut. Und wird ständig weiterentwickelt.

Die Technik ist ein guter Helfer

Obwohl es sich hier um ein echtes Naturthema handelt, ist auch hier die Technik oft unser Freund. Die ersten Schildkröten im Projektgebiet werden nun mit Sendern versehen, damit die Wissenschaftler des Projektes mehr über ihre Aufenthaltsorte und Schwimmrouten erfahren.

Welche Fortschritte gab es noch in den letzten Monaten?

Die illegale Fischerei durch internationale Trawler in diesem Gebiet ist eine große Herausforderung, wodurch nicht nur die Population der betroffenen Schildkröten extrem beeinträchtigt wird, sondern die lokale traditionelle Fischerei leidet.
Am 16.12.2018 fand die Übergabe eines von Oceanwell finanzierten „Spectives“ (spezielles Objektiv um illegal fischende Trawler zu identifizieren) an die Küstenschutzpolizei statt.
Das gibt allen Beteiligten natürlich einen erheblichen Vorsprung in Sachen Schnelligkeit.

Mobile Solar Ladestationen wurden inzwischen ebenfalls an die Ranger übergeben, damit die Stromversorgung auch in schwierigen Regionen gewährleistet ist. Leider ist die Energieversorgung in diesen Teilen der Erde nicht überall flächendeckend gewährleistet, wie wir es in westeuropäischen Gegenenden gewohnt sind. Für diese Zwecke sind wir froh auf solche mobilen Stationen zurückgreifen zu können.

Vor einigen Wochen gab es leider einen Unfall, bei dem heimische Fanti-Fischer mit einem Trawler kollidierten. oceanBASIS hat im Rahmen von PTO (Protect the Ocean) und des Schildkrötenschutzprojektes vor-Ort spontan die Instandsetzung der betroffenden Pirogge finanziell unterstützt, so dass der Betrieb für die Fischer nicht allzulange brachliegen musste.
Anfang Januar wurde das Boot wieder zu Wasser gelassen und 8 Fischer haben wieder ein Einkommen;)
Als Dank zieren nun das Protect the Ocean Logo und eine Schildkröte die Pirogge mit dem Namen „More Blessing“.

Viel Spaß bei unserer Bilderstrecke…

Quallen – eine Plage? Nein – ein Segen!

Klimawandel und Überfischung führen zu mehr Quallen

Der globale Klimawandel und der Einfluss des Menschen auf die marinen Ökosysteme haben zur Folge, dass die Anzahl der Fische im Ozean abnimmt. Da Überfischung die Zahl der Quallenkonkurrenten verringert, nehmen ihre Blüten zu. Sie werden als lästig und sogar gefährlich angesehen.

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Der Ausflug in den Küstenwald

Es war noch ein Tag Zeit, um die lange Rückreise aus dem „hintersten“ Küstenwinkel von Côte d’Ivoire nach Hause anzutreten. Anstatt am Strand abzuhängen – was ja durchaus seinen Reiz gehabt hätte – entschieden wir uns für einen Ausflug in den primären Küstenwald an der Mündung des Dodo.

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Unbekannte Unterwasserwelt

An Land machen die Naturschutzbemühungen in unserem Reisegebiet zwischen Pitiké und Grand Bereby Fortschritte. Besonders nach dem Zusammenschluss von neun Krouman-Familien mit ausgedehnten Landbesitzungen und der von Ihnen beantragte Réserve Naturelle Volontaire ist auf Basis eines Gesetzes von 2002 ein Prozess in Gang gekommen, der die Voraussetzungen für ein freiwilliges Schutzgebiet erfüllen soll;

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Die Fahrt mit der kleinen Pirogge

[Ok, es war noch nicht erster Advent…danke für den Hinweis, liebe Susanna]

Für eine kleine Expedition zu den Mangrovenwäldern an der Lagune haben wir uns von einem Fischer seine kleine Pirogge geliehen. Es ist ein Einbaum, hat keinen Kiel und ist deshalb ganz schön kippelig.

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Eine besondere Adventsbegegnung

Wir kommen kurzfristig aus dem mentalen Tritt, wenn wir darüber nachdenken, dass es bei uns zuhause 4 °C kalt ist und die Weihnachtsmärkte bereits geöffnet sind. Es ist erster Advent.

An diesem ersten Advent machten wir uns in minimaler Adventsstimmung auf unseren nächtlichen Schildkröten-Kontrollgang bei 25 °C und klarem Abendhimmel. Wir hofften nicht, an diesem Tag noch eine Schildkröte zu Gesicht zu bekommen, denn der aufgehende Mond schien bereits sehr hell und die Meeresschildkröten meiden Anlandungen bei Mondlicht. Sie mögen es lieber dunkel bei der Eiablage.

Außerdem waren wir am ersten Adventsmorgen bereits Geburtshelfer bei Olivenschildkröten-Babies und noch mehr Glück an einem Tag wagten wir nicht in Anspruch zu nehmen.

Erik, Inez und ich waren in einer Gruppe. Erik, der Chef der Strandbrigade in Pitiké, marschierte in einem Irrsinnstempo über den weichen Strand und ich vermutete, dass meine Schwierigkeiten mitzuhalten eventuell mit dem geringen Einsatz zu tun haben, mit denen ich in den letzten Jahren Leibesübungen betrieben habe. Ganz vielleicht steckte hinter diesem aufopferungswürdigen Sprint von Erik auch Imponiergehabe gegenüber der einzigen Frau im Team, was nicht mein Problem war. Mein Problem war eher mein zwickender Muskelkater in den Waden, der von dem ebenfalls strammen Tempo von letzter Nacht stammte. In der letzten Nacht hatten wir Glück und wir konnten eine Grüne Meeresschildkröte bei der Eiablage beobachten.

Wir staksten über den Strand in Richtung Dorf, in dessen Nähe Erik uns ein Eigelege zeigte, das bald seine kleinen Bewohner ins Leben entlässt.

Ein unangenehmes Piepen holte uns aus der heimelig-ruhigen Szene. Aus dem Walky Talky von Wolf krakelte eine aufgeregte Stimme: „Un luth, un tortue luth!!!“ – Eine Lederschildkröte! Die größte und beeindruckendste Schildkröte, die auf unserem Planeten existiert. Bis zu 2 m lang und bis zu 900 kg schwer werden diese Tiere. Wir mussten sie gerade verpasst haben und der nachfolgende Trupp stieß auf die gerade aus dem Meer steigende Schildkröte.

Wir eilten zur Tortue luth und kamen rechtzeitig zu den Vorbereitungen der Eiablage, die in ausgiebigen Grabungstätigkeiten bestehen:

zuerst buddelt die Schildkröte mit den Hinterfüßen ein bis zu einem halben Meter tiefes Loch.

50-100 fast tennisballgroße Eier legt sie unter gelegentlichem Schnaufen in das Loch. Wir beobachten mit einer guten Portion Ehrfurcht dieses faszinierende Naturschauspiel.

Nach etwa 20 Minuten waren die Eier „eingelocht“ und nach einer kurzen Verschnaufpause fing die eigentlich harte Schaufelarbeit an. Die Lederschildkröte begnügt sich nämlich nicht mit dem einfachen Zuschütten des Geleges, sondern gräbt auch umliegende Flächen um, damit etwaige Räuber das Gelege nicht sofort erkennen.

Alles in allem vergingen etwa 1,5 Stunden Vor der Anlandung bis zur Wiederkehr in das vertrauter Meer. Hier verbringen die weiblichen Meeresschildkröten 6 oder 12 Monate im Meer, keiner weiß genau wo, und ernähren sich vorwiegend von Quallen. Die Männchen kommen nie an Land. Nach dieser Zeit treffen sich die Weibchen zur Befruchtung der Eier mit den Männchen vor der Küste und legen erneut Eier. Gut beschützt durch die Strandbrigade des ivorischen Vereins CEM.

Vorfreude

Den Oceanblog wollen wir in den nächsten Wochen für die Dokumentation unserer Reise nach Côte d ‚Ivoire nutzen. Unsere kleine Expedition dient der Unterstützung des mit dem ivorischen Verein CEM gemeinsam initiierten Schutzes der Meeresschildkröten in dem westafrikanischen Land. 

Die Reiseplanungen sind soweit abgeschlossen, Impfungen bereits absolviert, Anschaffungen und Mitbringsel für unsere Gastgeber erledigt… wir hinterlassen einen Berg an Arbeit. Diesen wissen wir bei unseren Kollegen in guten Händen. 

Diese Reise hat eine Vorgeschichte, die kurz erzählt sei. Olaf Grell, selbständiger Biologe aus Kiel, war vor einigen Jahren für ein wissenschaftliches Projekt das erste Mal in Côte d’Ivoire. Damals hat er die Dörfer und ihre Bewohner der westlichen Küste des Landes kennengelernt und schnell begriffen, dass die Meeresschildkröten dort akut in Gefahr sind. Auch durch die Küstenbewohner und deren Angewohnheiten, die Schildkröten und ihre Eier, die sie im warmen, tropischen Sand ablegen, zu verspeisen. Hier erkannte Olaf das große Potenzial an Aufklärung, Schutz und zukünftiger nachhaltiger Nutzung. Wir waren bei seinen Schilderungen von Kultur und Landschaft sofort elektrisiert, weil auch eine sinnvolle Unterstützung aus Sicht von uns Meeresbiologen und Europäern möglich scheint.

Jetzt sitzen wir im Brüsseler Flughafen und warten auf unseren Flug nach Abidjan. Wir, d.h. Inez Linke, Olaf Grell, Peter Krost, Wolf Wichmann und ich, Levent Piker.

Demnächst mehr von unserer Reise aus Côte d’Ivoire.