Ocean africain

Nachdem wir gestern noch ein paar mit allen Wassern gewaschenen Regenzeitschauern abwetterten, waren heute beste Voraussetzungen für eine spontane Fotosession mit Oceanwell-Produkten. Und da wir wegen eines Kardanwellentauschs an unserem Fahrzeug (ein Toyota Pickup aus ehemaligen UN-Beständen)  ungeplant einen zusätzlichen Tag in San Pedro hatten, ergaben wir uns bei schönstem Wetter unserem Schicksal. Und fotografierten Oceanwell. Aus allen Perspektiven 🙂 

Westwärts nach San Pedro

Was sich so ein bisschen nach dem Titel eines Italo-Westerns oder einer lateinamerikanischen Abenteuergeschichte anhört, bezeichnet unsere Weiterfahrt per Kleinbus von Abidjan an den westlichen Teil der ivorischen Küste.

Der Cousin von Olaf, der bereits seit mehr als dreißig Jahren in dem Land lebt, hatte uns nicht nur mit einer Bleibe in seiner Wohnung den Einstieg nach Côte d’Ivoire erleichtert, sondern auch die Weiterfahrt nach San Pedro organisiert.

San Pedro ist eine Stadt im Westen von Côte d’Ivoire, die den zweitgrößten Hafen des Landes stellt. Von hier wird der Kakao – Côte d’Ivoire ist global der größte Kakaoproduzent – in die Welt verschifft; das sind fast zwei Millionen Tonnen. Der Kakao wird nicht in großen Plantagen kultiviert, sondern stammt von Kleinbauern, die ihre Ernte an Einkäufer verkaufen. Der Preis, den die Bauern pro Kilogramm Kakao bekommen, beträgt nicht einmal 1 Euro. Auf der Fahrt nach San Pedro sehen wir immer wieder Matten oder Planen, auf denen der Kakao gleichmäßig verteilt trocknet.

Tags zuvor haben wir uns mit Alexandre und José vom ivorischen Verein CEM in einer Bar in Abidjan getroffen, um noch einmal den Reise- und Arbeitsablauf durchzugehen. Bei dieser Gelegenheit haben wir Alexandre von den Protect-the-Ocean-Groschen bezahlte technische Ausrüstung übergeben: ein Notebook, ein GPS-Gerät, zwei Wildkameras. Wir verabredeten, uns Dienstag in San Pedro zu treffen und gemeinsam mit einem Ornithologie-Studenten in das Projektgebiet, das noch weiter im Westen liegt, weiterzureisen.

Wir fahren in einem großen Bogen erst nach Norden, dann westwärts, anschließend über Soubré südlich nach San Pedro. Die Küstenstraße ist nach der Regenzeit nicht wirklich fernreisetauglich, so dass wir einen Umweg von fast 200 km in Kauf nehmen. Aber auch die gewählte Strecke erweist sich – mit Ausnahme der ersten 120 km Autobahn – als echter Schlagloch-Slalom-Parcours.
Die Eindrücke von vorbeiziehender Landschaft und von den Menschen, die hier leben sind so vielfältig, dass wir bei unserer Ankunft in San Pedro nicht nur vom 500-km-Slalom körperlich erschöpft, sondern auch mental vorübergehend im Verarbeitungsmodus waren. 

Mit standing ovations lobten wir die kunstvolle Weise, mit der uns der Fahrer nach San Pedro kutschierte und ergaben uns der grandiosen Meeres-Szenerie, zum Munde führend ein kühles Bier, auf dem Teller Zackenbarsch und Languste mit Maniok.

Algen sind lecker!

…oder doch nicht? Schon mal ausprobiert?

Was die Japaner seit Jahrtausenden tun, können die Europäer immerhin seit Jahrhunderten.
Es gibt Berichte aus dem 6 Jahrhundert n.Chr. von irischen Mönchen, zu deren Tagesablauf es gehörte, Algen für ihre Speisekammern zu sammeln.

Also warum nicht einmal Alge auf europäische Art und Weise probieren und diese uralte Tradition wieder aufleben lassen.

Als Einstieg hier ein leckeres und sehr einfaches Rezept für einen Karottensalat mit Meeresspaghetti, das sich als Einstieg in die kulinarische Welt der Algen sehr gut eignet:

Rezept für 4 – 6 Portionen

15 g Meeres-Spaghetti, getrocknet
2 TL Zitronensaft
1 TL Weißweinessig

4 – 5 Karotten, geputzt und mit einem Gemüseschäler in feine lange Streifen geschnitten; oder geraspelt

für das Dressing:
3 EL Olivenöl
1,5 TL Zitronensaft
1 TL körniger Senf
1 TL Honig
etwas Cayennepfeffer
etwas Meersalz

Zubereitung:
Die getrockneten Meeresspaghetti abspülen und in warmen Wasser ca. 15 Minuten einweichen. Danach erneut abspülen und mit dem Zitronensaft und dem Essig ein paar Stunden – am besten über Nacht – marinieren.
Die Meeres-Spaghetti aus der Marinade nehmen und in mundgerechte Stücke (ca. 2,5 – 5 cm) schneiden. Ein paar Spaghetti für die Dekoration vorher beiseite legen.
Das Dressing aus den angegebenen Zutaten anrühren. Die Meeres-Spaghetti und die Karottenstreifen in eine große Schüssel geben, das Dressing drüber geben und vermengen. Den Salat vor dem Servieren mind. eine Stunde durchziehen lassen.

Guten Appetit!

Neu: Der Meeresatlas 2017

Daten und Fakten über unseren Umgang mit dem Ozean

Das nenne ich mal ein sinnvolles und außergewöhnlich anregendes Projekt:
Die Heinrich Böll Stiftung hat in Zusammenarbeit mit dem Kieler
Exzellenzcluster „Ozean der Zukunft“ und Le Monde diplomatique den
Meeresatlas 2017 herausgegeben. Der Meeresatlas fasst auf knapp 50
Seiten sehr anschaulich und neugierig machend zusammen, warum es
sinnvoll ist, den Schutz der Meere ins Auge zu fassen.

Besonders gut gefällt mir am Atlas, dass auch Nicht-Wissenschaftler
angesprochen werden. In Bildern und Zahlen werden Fragen behandelt wie
z. B.
– „Welche Reichtümer und welchen Wohlstand verschafft uns der Ozean?“
– „Wie gehen wir mit diesen Ressourcen um?“
– „Wie steht es um die Gesundheit der marinen Ökosysteme, und was sind
die größten Bedrohungen?“
– „Wie wirkt sich der Klimawandel auf Meere und Küsten aus?“
– „Welcher Zusammenhang besteht zwischen einer nachhaltigeren Nutzung
mariner Ressourcen und Änderungen in unseren Produktions- und
Konsummustern?“

Schon bei der Grundsteinlegung von Oceanwell war uns der Schutz der
Meere eine Herzensangelegenheit. Mit dem Meeresatlas 2017 bekommt die
Diskussion neues, fundiertes Futter und regt zur Beteiligung an
Maßnahmen zum Schutz der Meere an. Mir persönlich hat die Lektüre
richtig Spaß gemacht und selbst als Nachschlagewerk hat der Atlas mir
schon geholfen um die Fakten richtig zu zitieren. Sehr empfehlenswert!

Der Meeresatlas ist via Download als pdf-Datei kostenfrei verfügbar.