Die letzte Ölung der Meere

Chronische Ölverschmutzungen vergiften die Meere

Die Weltmeere umspannen die größte Fläche der Erde. Erst allmählich wird uns die Bedeutung dieses Lebensraumes für das gesamte Leben auf der Erde bewusst. Die schleichende Gefahr der Ölverschmutzungen ist weiterhin akut, aber unsere Aufmerksamkeit hat sie lange nicht mehr.

Die Informationen und Bilder, die uns in den Medien nach einer Ölkatastrophe zugespielt werden, lassen keinen Zweifel an der todbringenden Wirkung großflächiger Ölverschmutzungen: massenhaftes Seevögel- und Fischsterben sind augenscheinliche Folgen. Diejenigen Seevögel, die den sofortigen toxischen Wirkungen einer Ölverschmutzung entkommen sind, erfrieren, ertrinken oder verhungern, weil ihr Magen verklebt die spe­zielle wärmeisolierende und wasserabweisende Gefiederstruktur zerstört wird. Meist dient die Pflege verölter Vögel auch mehr der Beruhigung des menschlichen Gewissens als der tatsächlichen Rettung der betroffenen Tiere.

Öl – Wundertüte aus 1001 Substanz

Die Worte »Erdöl« oder »Rohöl« eigneten sich als Musterobjekt semantischer Abhandlungen und haben im Laufe der ersten 100 Jahre unterschiedliche Assoziatio­nen hervorgerufen. Erst Segen, dann Fluch. Was für ein Ding bezeichnet dieses Wort wirklich?

Nach Jahrmillionen der geologischen und biologischen Veränderungen entstand ein Substanzgemisch mit mehr als 17.000 verschiedenen organischen und anorganischen Verbindungen – das Öl.

Deren Hauptkomponente sind die Kohlenwasserstoffe (KW). Unter ihnen sind die gesättigten, nichtzyklischen Kohlenwasserstoffe (Paraffine, Alkane, aliphatische Kohlenwasserstoffe) am häufigsten vertreten. Daneben existieren gesättigte zykli­sche Kohlenwasserstoffe (Cykloalkane), aromatische Kohlenwasserstoffe sowie Kohlenwasserstoffderivate, die Stickstoff, Schwefel und Sauerstoff enthalten.

Mehrere Spurenmetalle begleiten die organischen Verbindungen. Hierbei treten insbesondere Vanadium und Nickel hervor, die oft mehrere tausend Milligramm pro Liter Erdöl ausmachen. Diese Spurenmetalle im sind meist noch giftiger als die Kohlenwasserstoffe. Je nach Herkunft kann die Zusammensetzung des Erdöls stark schwanken. Sie ist abhängig vom Ausgangsmaterial der Erdölentstehung, von den Bedingungen der Verrottung und von der Art geologischer Einflußnahme auf das organische Material. Zur Identifizierung einer bestimmten Erdölsorte bzw. zur Aufdeckung einer Ver­schmutzungsquelle bedient man sich bestimmter Verbindungen (Marker), meistens der Cycloalkane, oder dem Isotopenverhältnis von 13C zu 12C. Die Produkte der industriellen Verarbeitung von Rohöl durch die Aufarbeitung in Raffinerien (Gasolin, Leichtbenzin, Schwerbenzin, Petroleum, Schmieröl, Diesel) enthalten die gleichen Kohlenwasserstoffklassen, die das Rohöl selbst enthält. Die Palette wird durch die Olefine (ungesättigte Kohlenwasserstoffe), die bei der thermi­schen oder katalytischen Spaltung (»Cracking«) entstehen, ergänzt.

Lotterie mit ökologischer Schadensgarantie

Öl ist nicht gleich Öl, und mit jeder der vielzähligen molekularen Strukturen im Erdöl ist eine bestimmte physikalische und chemische Eigenschaft verbunden, die das Verhalten im Meer bestimmt und eine potenzielle biologische Systeme beeinflusstt. Die Möglichkeiten und die Wahrscheinlichkeit einer Verände­rung von Ökosystemen durch diese Melange an gefährlichen Stoffen sind enorm groß. Kauft man sich mehrere tausend Lose der Umweltschaden-Lotterie ist ein „Gewinn“ so gut wie sicher- und das enthält kaum Nieten.

Wir machen das – im Hier und Jetzt

Naturkosmetik – „…..ja, das kenne ich!“

Aus dem Meere – „Ach ja ich hab da so eine Creme da sind wohl Algen drinnen……..“

Weit entfernt von dieser reduzierten Sichtweise haben wir ein viel umfassenderes Verständnis von „unserer“ Kosmetik.

Natürlich – wir wollen alle bewusster, gesünder, wertvoller, hohe Bioverfühgbarkeit und Bitte alles To Go.

Ach ja und Kosten darf es auch bitte nicht viel – wenn unsere Nachfahren dafür aufkommen müssen….? EGAL, nur nicht wir, im hier und jetzt.

Es ist sooo einfach eigentlich, andere – auch die Ressourcen- so zu behandeln wie wir selbst behandelt werden wollen?!

Kosmetik kaufen, die der Natur nicht schadet und meiner Haut gut tut? Geht das?

Mikroplastik im Meer, wollen wir alle nicht. Wir werden oft gefragt ob die Algen „sauber“ sind wo doch die Meere so schmutzig sind- Bitte alle einmal beim Einkaufen darauf achten, was in die „Tüte“ kommt. Textile kunstfasern, Silicone, Verpackungen. Um nur ein wenig zu nennen. Und doch sind unsere „Landpflanzen“ nicht weniger belastet.

Wir verstehen die Haut und Ihre Bedürfnisse und wissen, dass bedarfsgerechte Nahrung aus dem Tiegel kommen kann, To Go sozusagen. Wir alle wissen, dass Neurodermitiker an die Meere fahren um sich in einem Kuraufenthalt zu erholen, verdunstende Aerosole legen sich auf unsere Haut und versorgen diese mit regenerierenden Mineralien und Salzen. Allein diese sorgen für ein Wohlgefühl in der Haut.

Nun kommen noch die Wirkstoffe der Alge – Laminaria saccharina (umbenannt von der Botanik-Community in Saccharina latissima) – mit Ihren unglaublichen Eigenschaften dazu. Ich beobachte seit 2009 in der kosmetischen Anwendung bei meinen treuen Kunden eine Verbesserung des Hautbildes und eine Wiedereinstellung natürlicher Hautprozesse. Dass diese und auch ich selbst nichts anderes mehr auf der Haut akzeptieren können, versteht sich von selbst. Warum Kompromisse machen?

Die Hautpflege ist schnell angewendet, mit wenig Produkten, für alle erreichbar- für alle das Passende – und wir machen bei unseren Kindern keine Schulden.

Mir fällt kein einziges Argument ein, für eine andere Pflegeserie.

Planet Dree

Captain Mussadov vom Transgalaktischen Expeditionschor, kurz TEC genannt, war wenig amüsiert als er vom Chief Commander Jia Xinang sein neues Erkundungsgebiet erfuhr: „Und keine Einflussnahme in fremde Kulturen! Denken Sie daran: Das gesamte Gefüge der Paralleluniversen hängt an seidenen Fäden aneinander. Es würde unser Universum wie wir es kennen in einen Haufen orientierungsloser Higgs-Bosonen verwandeln, versuchten wir unseren Schwestern und Brüdern der Paralleluniversen auch nur einen klitzekleinen Tipp unterzumogeln. Die galaktische Kausalitätsverknüpfung der multidimensionalen Virturealität verzeiht keine Fehler, sei es aus Mitleid oder falsch verstandenem Heldentum.“ Planet Dree weiterlesen

Oberkante Unterlippe – so schnell steigt der Meeresspiegel

Der Klimawandel ist im vollen Gange und eine der dramatischsten Auswirkungen ist der Anstieg des Meeresspiegels, der große Teile der heutigen Küsten schon heute betrifft. Nur wenige eingeweihte Wissenschaftler kennen die Fakten. Das kann sich nun ändern:

Eine mehrere Monate dauernde Recherche des unabhängigen Recherchezentrums „Correctiv gGmbH“, gemeinsam mit Journalisten aus sieben Ländern, hat erstmals riesige Datenmengen der globalen Wasserpegel qualitativ aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

In mehreren Artikeln arbeitet die Journalistin Annika Joeres diesen Datenschatz auf, zeigt wahrscheinliche Folgen des Meeresspiegelanstiegs auf und gibt Denkanstöße, was wir noch dagegen tun können.

Annika Joeres und „Correctiv“ haben die Artikel zur Weitergabe freigegeben, bitten aber um Nennung der Urheberschaft, was wir hiermit sehr gern tun. Annika Joeres schreibt:

[Correctiv hat] … 500 Orte ausgewählt, die besonders gut dokumentiert sind, und auf einer Weltkarte markiert. Die Karte ermöglicht nicht nur einen Blick in die Vergangenheit – sie sagt auch, wie sich die Pegel in Zukunft verändern werden. „Dort, wo das Meer stark angestiegen ist, wird es künftig weiter stark ansteigen“, sagt Anders Levermann, Klimafolgen-Forscher in Potsdam und New York. Levermann ist Hauptautor des letzten Weltklimaberichtes des internationalen Klimarates IPCC und hat damit die Weichen gestellt für einen wissenschaftlichen Konsens. Sich ändernde Strömungen könnten den Meeresspiegel lokal beeinflussen, fügt Levermann hinzu. Der globale Trend bleibe.

Kein Kontinent wird dem anschwellenden Wasser entkommen können. So ist das Meer heute im südfranzösischen Marseille 20 Zentimeter höher als vor 30 Jahren. Auf der Nordseeinsel Borkum sind es 18 Zentimeter – wo man 1980 noch trockenen Fußes stehen konnte, braucht man heute Gummistiefel. Die Top-Ten der am stärksten betroffenen Städte liegen vor allem in Asien. Die philippinische Hauptstadt Manila beispielsweise misst 40 Zentimeter höhere Pegel als vor 30 Jahren.

… Wie stark der Meeresspiegel steigt – das hängt davon ab, wieviel Eis an den Polen schmelzen wird. Die kalte Materie ist schwer berechenbar: Sie schmilzt schneller oder langsamer, je nachdem wieviel Luft eingeschlossen ist, wie dicht und alt das Eis ist.

Augenblicklich gehen die Forscher im Weltklimarat IPCC von einem globalen Anstieg des Meeresspiegels zwischen 20 und 80 Zentimetern bis zum Jahr 2100 aus.  … Zuletzt wurden die Prognosen stark nach oben korrigiert.

„Dass der Meeresspiegel in den kommenden Jahrhunderten noch schneller ansteigen wird, ist heute absoluter Konsens – und auch, dass dies an der menschengemachten Erwärmung liegt“, sagt Klimafolgen-Forscher Levermann. Wobei sich die Forscher uneins sind, wie sich die Eisschilde an den Polen verändern werden. „Sehr wahrscheinlich haben wir ihren Einfluss bisher unterschätzt.“ Laut Levermann könnten allein die Eisschilde Grönlands, sollten sie eines Tages komplett abschmelzen, die Meere um weltweit sieben Meter ansteigen lassen.

Der Mensch lebt seit jeher an den Küsten dieser Erde. Bis heute wachsen Städte am Wasser besonders schnell und ziehen doppelt so viele Menschen an wie das Landesinnere.

… Unsere Daten zeigen auch: Der Klimawandel trifft die Menschheit unterschiedlich hart. Das Meer steigt weltweit, aber Wind, Strömungen und Wellen beeinflussen den Pegel vor Ort. In einigen Regionen steigt der Meeresspiegel um zehn Millimeter im Jahr, dreimal schneller als im weltweiten Durchschnitt. Der liegt bei rund 3,4 Millimetern im Jahr.

Sicher ist nur: Je näher und tiefer gelegen Menschen am Meer wohnen, desto stärker werden sie unter dem Klimawandel leiden. Teile der Philippinen könnten untergehen, Inseln mit eigenen Sprachen und Kulturen versinken. Millionen Menschen in Bangladesch sind bedroht, einem der am niedrigsten liegenden Staaten der Erde. Überhaupt haben die Staaten des Südens häufig nicht genügend Ressourcen, um sich vor Stürmen und Hochwassern zu schützen. Afrikanische Länder investieren lieber in bald nutzbare Straßen und Krankenhäuser als in Deiche.

Die wohlhabenden Staaten sind besser gewappnet. Die verheerende Sturmflut an der europäischen Nordseeküste von 1953 hat dort beispielsweise zu besseren Schutzmaßnahmen geführt. Das zahlt sich bis heute aus. Aber auch europäische Bürgerinnen und Bürger werden ihre Wohnorte verlassen müssen. Genau wie Nordamerikaner: Der Sturm Sandy über New York hat auf tragische Weise gezeigt, wie wenig die USA getan haben, um ihre Küsten zu schützen.

Mee(h)r Salz auf unserer Haut

Ob kühle, intensive Brise an der Küste oder Sonnentraum, jeder Strandgang wird zu einem erholsamen Gesamtkunstwerk für Körper, Geist und Sinne – Thalasso durch und durch.

Nicht ohne Grund werden seit Jahrhunderten Haut- und Lungenkranke sowie Erholungsbedürftige zur Kur ans Meer geschickt, um vom dortigen Reizklima zu profitieren. Die salzhaltige Luft wirkt wie ein Reizfaktor, durch den sich Schleim aus den Atemwegen löst. Darüber hinaus beugt das Einatmen der Aerosole (so heißen die feinen Salzwassertröpfchen) Atemwegs- und Erkältungskrankheiten vor: Die Durchblutung der Lungen wird angeregt und reinigt sie samt den gesamten Atemtrakt von Bakterien und Allergenen wie Staub oder Pollen.

Das Meersalz wird in der Haut aktiv

Das Salz schlägt sich auch auf der Haut nieder. Bis zu zwei Gramm können sich dort nach einem Strandspaziergang anreichern. Dieser Salzbelag löst Schuppen und wirkt entzündungshemmend.
Und was genau passiert bei einem Bad in Neptun`s Reich? Die jungbrunnenhafte Wirkung von Meerwasser auf die Haut wird durch seine Salzzusammensetzung erklärt. Im Mittelpunkt stehen hier Magnesium, Strontium und Selen. Meerwasser zeichnet sich insbesondere durch einen hohen Magnesiumanteil in seinem Salz aus. Man weiß heute, dass sich Magnesiumionen an Bestandteile von Keratinozyten binden. Die Keratinozyten sind horbildenden Zellen, die 90% unserer Epidermis (Oberhaut) ausmachen. Mithilfe der Röntgenfluoreszenzanalyse wurde nachgewiesen, dass nach einem Meerwasserbad die Magnesiumkonzentration in der Haut um das 22-fache angestiegen ist.

Mineralien und Spurenelemente entfalten ihre Wirkung

Darüber hinaus werden allergische Kontaktekzeme sowie Psoriasis und Neurodermitis erfolgreich behandelt. Als Wirkungsmechanismus wird eine Verbesserung der Funktion der Hautbarriere diskutiert, wobei auch die im Meerwasser gelösten Natrium-, Kalium- und Chloridionen eine Rolle spielen. Zusätzlich erhöht Selen die Widerstandsfähigkeit der Haut gegen oxidativen Stress.
Das in natürlichem Salz enthaltene Chromium reduziert Hautinfektionen und Akne, der enthaltene Schwefel hält die Haut glatt und sauber und beugt trockener Kopfhaut, Ekzemen und Hautausschlägen vor. Zink fördert die schnelle Heilung von Wunden, stärkt das Immunsystem und reguliert die Aktivität von Talgdrüsen, während das enthaltene Jod den Sauerstoffverbrauch und Stoffwechsel der Haut anregt.

Salz und Haut – das Traumpaar

Salz in Verbindung mit Lipiden sorgt dafür, dass Hautzellen Feuchtigkeit besser speichern können.
Das Salz dringt in die Hornhaut ein, das Wasser wird nur in vergleichsweise geringen Mengen aufgenommen. Es ist nachgewiesen, dass unter Meersalzeinfluss Eiweiß in den Hautzellen vermehrt abgebaut wird und sich dadurch die Zellteilungsrate erhöht. Außerdem wird durch Meersalz der Regenerationsprozess der Haut auf natürliche Art stimuliert und die Haut verfeinert sich.
Der ganze menschliche Körper braucht ständig Salz, um funktionieren zu können. Schweiß ist salzig, im menschlichen Blut ist Salz und auch an vielen anderen Stellen kann man es in gelöster Form finden. Also, Wasser, Salz und Haut passen einfach wunderbar zusammen!

Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Aquakultur?

Nachhaltigkeit ist heutzutage in jedermanns Mund. Es ist ein Modebegriff geworden, nicht nachhaltig zu sein ist ja eigentlich ein „no-go“.

Das Wort nachhaltig gab es sicher schon lange. Aber 1987 wurde er erstmals im Sinne der „nachhaltigen Entwicklung“ bei einer Präsentation bei den Vereinten Nationen verwandt (°) und folgendermaßen definiert:

Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können .

 

Bekannt geworden ist das „3-Säulen Modell der Nachhaltigkeit. Es symbolisiert, dass Ökologie gleichwertig neben wirtschaftlichen und anderen gesellschaftlichen Belangen steht, und geschützt und erhalten werden soll, ja in der damaligen Zeit geradezu revolutionär war !

Allerdings: Die Gleichwertigkeit der drei Säulen kann nicht bedeuten, dass man die eine mit der anderen aufrechnen darf. Man also nicht einen ökonomischen Vorteil mit einem ökologischen Nachteil aufwiegen darf; nein, es braucht klare Grenzwerte!

In Schleswig-Holstein hat das Umweltministerium Position bezogen: Eine Aquakultur darf keine zusätzlichen Nährstoffe in das Wasser entlassen (°°), da unsere Küstengewässer durch Einträge aus Landwirtschaft, Abwässer und Luft schon zu sehr überdüngt (eutrophiert) sind.

Ökologisch nachhaltig sind Bewirtschaftsformen, die diese Situation nicht weiter verschlimmern, sondern – im Idealfall – sogar verbessern helfen. Und genau das trifft auf unsere Aquakultur in der Kieler Förde mit Algen und Muscheln zu. Diese Organismen nehmen Nährstoffe aus dem Wasser auf, durch die Ernte werden diese Stoffe dann dem Ökosystem Meer entzogen.

Aber warum sollte man eigentlich nachhaltig sein und handeln? Die ethische Grundlage dafür ist das Prinzip der Gleichheit, d.h. alle Menschen haben die gleichen Rechte auf die Ressourcen, und das gilt auch für die Kette der Generationen! Denn was zerstört oder verschwendet ist steht anderen (nachfolgenden) Menschen nicht mehr zur Verfügung.

Bei einer strengen Auslegung des Nachhaltigkeitsprinzips dürfte man dann eigentlich keinerlei nicht-erneuerbaren Ressourcen verwenden. In einer etwas praktikableren Interpretation wäre nachhaltiges Handeln dasjenige, welches vom Ressourcenverbrauch zu einer regenerativen Wirtschaftsweise führt.

Mit unserer polytrophischen (aus unterschiedlichen Arten bestehenden) Aquakultur wollen wir genau das erreichen: Statt Ausbeutung von Wildbeständen ein nachhaltiger Anbau, statt Eutrophierung eine Verbesserung der Wasserqualität.

Und dabei kommt auch noch eine eine wunderbare Kosmetik heraus!

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° Brundtland Comission der Vereinten Nationen 1987, Bericht „Our common future“ (unsere gemeinsame Zukunft)

°° MELUR, Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein 2015: Entwicklung und Förderung einer nachhaltigen Aquakultur in Schleswig-Holstein (Küstengewässer Ostsee). 29 S.

Der Ostsee auf den Grund gegangen

Zur Urlaubszeit, wenn es uns kollektiv zu den Stränden unseres Landes zieht, teilt sich die Gesellschaft für gewöhnlich in zwei große Gruppen.

Diejenigen, für die Strandurlaub vor allem bedeutet, sich am Strand auszuruhen, also lange Sonnenbäder zu nehmen, ausgiebig zu lesen und nur gelegentlich eine Abkühlung in den Fluten zu suchen. Diese Menschen verbinden Urlaub mit möglichst wenig Aktivität.

Die zweite Gruppe, zu der auch ich gehöre, wird nach einer viertel Stunde des gemütlichen Liegens nervös und sucht nach einer Beschäftigung. Erstmal wird gebadet, dann schaut man sich um, was es denn noch so Interessantes zu sehen, oder noch besser, zu tun gibt. Nach einer Woche Urlaub hat man sämtliche Angebote vom Surf- Training bis zum Beachvolleyballspiel zumindest inspiziert, einiges davon auch ausprobiert und ist froh über die ereignisreichen und spannenden Tage. Für diese zweite Gruppe hat wenig Aktivität nicht unbedingt etwas mit viel Urlaub zu tun.

Auch wenn diese Einteilung natürlich etwas pauschal und überspitzt ist, und nicht auf jeden zutrifft, so kann es doch zu Konflikten kommen, wenn Menschen mit unterschiedlichen Ansprüchen an den Strandaufenthalt in einer Familie aufeinandertreffen und gemeinsam Urlaub machen.

Da ist es sehr hilfreich, wenn neue Aktivitäten den Strandaufenthalt unterhaltsamer machen, der Aktive ist dann beschäftigt und der Entspannende kann in aller Ruhe entspannen, weil er den Aktiven gut beschäftigt weiß.

Eine solche Aktivität, die ich vor kurzem für mich entdeckt habe, ist das Schnorcheln, und zwar hier bei uns an der Ostsee. Die Ostsee ist vielleicht nicht der erste Ort, an den man beim Thema „Schnorcheln“ denkt, denn man erwartet unter der Wasseroberfläche eigentlich nichts Spannendes. Es gibt keine tropischen Korallenriffe, keine bunten Fische, höchstens ein paar Steine und Algen, die auf dem Meeresgrund verteilt sind, denkt man. Soweit zu den Vorurteilen. Wie sieht es aber unter der Oberfläche der Ostseebäder tatsächlich aus? Meine Empfehlung. Einfach mal selber nachsehen. Eine Schnorchelausrüstung kann man in den meisten Strandbädern leicht erwerben und mit ein bisschen Übung findet man sich schnell unter Wasser zurecht.

Ich habe es in einem Strandbad in Schleswig- Holstein probiert, und siehe da, schon beim ersten Untertauchen sehe ich die ersten kleinen Fische, verschieden Grundeln, die im flachen Wasser dahinschießen. Kaum bin ich die ersten Meter geschwommen, entdecke ich eine Seenadel, das Ostseependant zum Seepferdchen, ein hochinteressantes Tier, bei dem das Männchen die Eier vom Weibchen in eine Art Bauchfalte gelegt bekommt und dann austrägt. Der Ostseestrand ist also keineswegs eine unbewohnte Zone und das Leben, was man entdeckt, zeigt auch noch die sonderbarsten Formen.

Als ich weiterschwimme, schießt vor mir eine Scholle aus dem Sand, sie ist farblich so gut an den Sand angepasst, dass ich sie vorher gar nicht entdeckt hatte. Schön, diesen Fisch, der einem sonst nur auf dem Restaurantteller begegnet, auch einmal lebendig zu sehen. Aber das ist noch nicht alles. Kaum schwimme ich weiter vom Ufer weg, erstreckt sich vor mir eine große Seegraswiese.

Dort tummelt sich das Leben, Strandkrabben wandern zwischen den Seegrasbüscheln umher, ein Seestern erklimmt die Spitze eines Halmes, vielleicht um den hungrigen Krabben zu entkommen. Über dem Seegras entdecke ich Hornhechte, lange silberne Fische mit einem spitzen, schwertartigen Maul. Als ich weiterschwimme, taucht ein großer Schwarm silbrig glänzender Fische auf, es sind Sandaale, die an mir vorbeiziehen, ich bin fasziniert und beeindruckt von dieser mir bisher nicht bekannten Seite der Ostsee.

Als ich am Strand zurück bin, hat sich nicht viel verändert, die Entspannenden liegen immer noch gemütlich auf ihren Decken, die Aktiven spielen Strandtennis, Kinder bauen Sandburgen. Aber ich durfte kurz abtauchen in eine andere Welt, von der hier draußen niemand etwas zu ahnen scheint. Deshalb mein Tipp für den nächsten Strandtag an der Ostsee: einmal abtauchen und staunen. Auch unser „Hausmeer“ ist voller interessanter Lebewesen und es lohnt sich auf jeden Fall, ihr einmal im Urlaub auf den Grund zu gehen.